Forex Broker aus Deutschland: Wirklich nur ein Mythos?

von A.Schwankowksi 2017

Deutschland überzeugt gerade Forex Trader und Anleger durch ein besonders sicheres und zuverlässiges Sicherungsumfeld: Die Regulierung durch die deutsche Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, die auch als BaFin bekannt ist, sorgt ebenso für einen sicheren Handel wie die gesetzliche Einlagensicherung, die mit einem deutschen Forex Broker einhergeht. Auch ein deutschsprachiger Kundensupport gehört zu den Vorteilen, die hierzulande kein Trader missen möchte. Leider kann der deutsche Markt jedoch nicht mit einer Vielzahl an Online Brokern überzeugen – die meisten Anbieter unterhalten ihren Sitz nämlich entweder in Großbritannien oder auf Zypern. Wir verraten, ob Forex Broker aus Deutschland existieren und ob man auch über ausländische Online Broker sicher handeln kann.

Forex Broker aus Deutschland: Infos im Überblick

  • Reine Forex Broker aus Deutschland sind sehr selten
  • Die meisten Broker unterhalten ihren Stammsitz in Großbritannien
  • Auch zypriotische Broker sind nicht selten
  • Ein Sitz innerhalb der EU spricht generell für ein hohes Maß an Sicherheit
  • Entscheidend sind dabei jedoch in erster Linie die Regulierung und die Einlagensicherung

Gibt es „echte“ Forex Broker aus Deutschland?

Aufgrund der hohen Anzahl an Forex Brokern, die ihren Kunden in Deutschland den Handel ermöglichen, entsteht schnell der Eindruck, dass grundsätzlich zahlreiche Forex Broker aus Deutschland existieren. Dies ist jedoch nur die halbe Wahrheit: Tatsächlich existieren am deutschen Markt zahlreiche Broker, die ihren Kunden den Handel ermöglichen – nicht jeder dieser Anbieter unterhält jedoch auch seinen Stammsitz in Deutschland.

Im besten Fall unterhält der Broker eine Niederlassung beziehungsweise eine Zweigstelle in Deutschland, von wo aus alle Geschäfte von deutschen Kunden abgewickelt werden. In diesem Fall befindet sich der Stammsitz, der über die Unternehmenspolitik und die Registrierung entscheidet, im Ausland. Kunden profitieren dabei von einem deutschsprachigen Kundensupport, der ohne hohe Gebühren ganz einfach per Telefon, Post oder auch persönlich erreicht werden kann.

Forex Broker in Deutschland

Nicht jeder Broker kann eine Niederlassung in Deutschland vorweisen

Häufig agiert ein Broker allerdings auch generell von seinem Stammsitz im Ausland aus, von wo aus er auch deutschen Kunden den Forex Handel ermöglicht. Die Sicherheit der Kundengelder und –Daten ist dabei nicht gefährdet, solange der Broker ein entsprechendes Sicherungsumfeld vorweisen kann, das auch eine deutsche Lizenzierung umfassen sollte. Hierbei müssen die Kunden allerdings auf eine physische Niederlassung des Brokers in Deutschland und damit auf einen deutschsprachigen Support verzichten.

Unterschiede zwischen Lizenz und Registrierung

Studiert man die Webseiten der Broker, findet man hier nicht selten eine Übersicht über alle Finanzaufsichtsbehörden, die für die Regulierung und die Aufsicht des Brokers zuständig sind. Hierzu gehört dann in der Regel auch eine Übersicht über alle Länder, in denen der Broker aktiv ist. Allerdings macht es einen großen Unterschied, ob der Broker von der Behörde lizenziert wurde oder ob er lediglich hier registriert ist.

Gibt der Broker also an, dass er durch die jeweilige Behörde lizenziert wurde, wird dadurch auch eine umfassende Regulierung und Aufsicht durch diese Finanzaufsichtsbehörde gewährleistet. Bei einer Registrierung ist dies jedoch nicht zwingend der Fall – hierbei hat sich der Broker nur bei der entsprechenden Behörde „vorgestellt“ und registriert. Dementsprechend wurde es dem Broker damit erlaubt, Kunden im dazugehörigen Staat den Forex-Handel zu ermöglichen – beaufsichtigt wird der Broker von dieser Behörde jedoch nicht.

Unterschiede existieren auch zwischen Hauptsitz und Niederlassung

Beim Hauptsitz oder Stammsitz handelt es sich um das „Haupt-Büro“ des Unternehmens – hier wurde der Broker meist gegründet und von hier aus werden alle wichtigen verwaltungstechnischen Schritte für Dienstleistungen in aller Welt geplant und ausgeführt. Bei einer Zweigniederlassung handelt es sich hingegen „nur“ um eine Abteilung des Brokers, die für den jeweiligen Staat zuständig ist. Diese Niederlassung untersteht dabei den Vorgaben, die vom Hauptsitz aufgestellt werden.

Doch nicht nur das: Niederlassung und Hauptsitz entscheiden auch über das Sicherungsumfeld. Neben der Registrierung oder Lizenzierung durch die entsprechenden Behörden spielt die Einlagensicherung dabei eine wichtige Rolle. Die meisten Forex Broker im In- und Ausland verwalten die Gelder der Kunden auf segregierten Konten getrennt vom Firmenkapital. In Deutschland werden die Gelder der Kunden darüber hinaus im Falle einer Insolvenz durch den Entschädigungsfonds deutscher Banken bis zu einer Höhe von 100.000 Euro abgesichert. Auch in Großbritannien existiert eine Einlagensicherung durch das Financial Services Compensation Scheme (FSCS), das eine Absicherung der Kundengelder bis zu einer Höhe von 50.000 Britischen Pfund gewährleistet.

Die 3 größten „deutschen“ Broker

Einer der wenigen Broker aus unserem Vergleich, der seinen Stammsitz tatsächlich in Deutschland unterhält, ist der Ratinger Anbieter FxFlat. Bei FxFlat erwarten den Kunden CFDs und Währungen, die zu einem Spread ab 0,5 Punkten gehandelt werden können. Eine BaFin-Regulierung seit 1998 sorgt für Sicherheit, während exklusive Trading Events und eine individuelle Betreuung zu einer guten Weiterbildung und damit zu einem erfolgreichen Handel beitragen. Die Eröffnung eines Forex-Kontos ist hier schon ab einer Einzahlung von 200 Euro möglich – der Handel geht daraufhin über den MetaTrader 4, den AgenaTrader, den AlphaTrader, den FlatTrader Pro oder die Trading Station vonstatten.

 
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Bei FxFlat handelt es sich um einen echten Forex Broker aus Deutschland

Bei FxFlat handelt es sich um einen echten Forex Broker aus Deutschland

Neben FxFlat handelt es sich auch bei flatex um einen Forex Broker aus Deutschland: Das 2006 gegründete Unternehmen unterhält seinen Stammsitz in Kulmbach und zeichnet sich dabei durch eine zuverlässige BaFin-Regulierung aus. Der Schwerpunkt liegt bei Flatex allerdings auf dem Handel von Aktien, Anleihen und Wertpapieren: Hierbei können die Trader vom innovativen Flat-Gebührenmodell profitieren, das einen kostengünstigen Handel verschiedener Basiswerte ermöglicht. Zur Weiterbildung können sich die Kunden darüber hinaus die Akademie zunutze machen und sich offene Fragen mithilfe des umfangreichen Service-Angebots beantworten lassen.

 
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Auch bei GKFX handelt es sich um einen Forex Broker aus Deutschland – obwohl dieses Unternehmen seinen Stammsitz leider nicht hierzulande unterhält, sondern stattdessen nur eine deutsche Niederlassung vorwiesen kann. Bei GKFX erwartet den Kunden ein kostenfreies Demokonto, das es ihm ermöglicht, risikofrei praktische Erfahrungen mit dem Forex- oder CFD-Handel zu sammeln. Der Handel geht dabei im Demo- und auch im Live-Konto entweder über den MetaTrader 4 oder den WebTrader vonstatten – für einen erfolgreichen Handel stehen den Kunden darüber hinaus zahlreiche Analyse-Tools zur Verfügung.

 
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Abgeltungssteuer: Forex Broker aus Deutschland unterscheiden sich vom Rest

Wie erfahrene Trader bereits wissen, werden die Gewinne aus dem Forex-Handel in Deutschland durch die Abgeltungssteuer versteuert. Diese existiert seit 2009 und beläuft sich auf 5 Prozent der Einnahmen. Da diese Abgeltungssteuer bislang in erster Linie in Deutschland ein Thema ist, unterscheiden sich Forex Broker aus Deutschland auch durch den Umgang mit der Abgeltungssteuer von ausländischen Anbietern.

Einen „echten“ Forex Broker aus Deutschland kann man dadurch erkennen, dass er die Abführung der Abgeltungssteuer selbst übernimmt. Dies wird von deutschen Brokern, die hierzulande ihren Stammsitz unterhalten, vorausgesetzt – seriöse Broker führen die Abgeltungssteuer deshalb entweder mit jedem Trade oder einmal monatlich selbst an den Fiskus ab.

Bei GKFX ist die Abgabe der Abgeltungssteuer die Aufgabe des Traders

Bei GKFX ist die Abgabe der Abgeltungssteuer die Aufgabe des Traders

Bei Forex Brokern aus dem Ausland ist dies nicht der Fall. Diese und auch deren Zweigniederlassungen sind keine Zahlstellen der deutschen Finanzbehörden – aus diesem Grund verbleibt die Abgeltungssteuer vorerst beim Kunden. Dieser muss sie am Ende des Jahres selbst abführen – bis dahin kann er jedoch von einer höheren Liquidität seines Handelskontos profitieren und damit im besten Fall höhere Gewinne erzielen.

Die 10 wichtigsten Merkmale deutscher Forex Broker

Es ist für Trader im Allgemeinen und insbesondere für unerfahrene Einsteiger in der Regel sehr schwer, einen Forex Broker aus Deutschland von einem Anbieter zu unterscheiden, der seinen Stammsitz im Ausland unterscheidet. Wir möchten Ihnen hier deshalb die 10 wichtigsten Merkmale vorstellen, anhand derer Sie einen echten Forex Broker aus Deutschland von einem ausländischen Anbieter unterscheiden können.

  1. Der Broker führt die Abgeltungssteuer automatisch ab. Sollte dies auf der Webseite des Unternehmens nicht eindeutig angegeben werden, kann man sich hierüber auch beim Kundensupport informieren – in der Regel bleibt die Abgabe der Abgeltungssteuer in diesem Fall jedoch die Aufgabe des Kunden.
  2. Auch an der Firmierung des Unternehmens, die im Impressum zu finden ist, kann man einen echten Forex Broker aus Deutschland erkennen: Handelt es sich um eine GmbH, eine AG, eine GmbH & Co. KG oder um eine andere Firmierung aus dem deutschsprachigen Raum, spricht dies dafür, dass es sich um einen deutschen Forex Broker handelt.
  3. Ein Forex Broker aus Deutschland kooperiert in der Regel nicht mit ausländischen Unternehmen – außer im Liquiditätspool. Hier sind internationale Partnerunternehmen sogar ein wertvolles Qualitätsmerkmal, das für den Broker spricht.
  4. Ein deutscher Forex Broker bringt auch eine deutsche Webseite mit. Erkennbar ist dies nicht nur daran, dass die Webseite in fehlerfreiem Deutsch verfasst wurde, sondern dass sie auch unter einer .de-Domain erreichbar ist.
  5. Auch am Kundensupport kann man erkennen, ob man es mit einem Forex Broker aus Deutschland zu tun hat: Eine deutsche Festnetznummer spricht bereits für einen Sitz oder eine Niederlassung in Deutschland – allerdings kann es sich dabei auch um eine Umleitung zu einem internationalen Call Center handeln. Sind allerdings auch deutsche Kontaktdaten wie Postadressen oder Telefon- und Fax-Nummern vorhanden, kann man von einem „echten“ deutschen Support ausgehen.
  6. Wird das Unternehmen als Forex Broker aus Deutschland durch die BaFin reguliert, wird dies durch die Angabe entsprechender Informationen deutlich. Diese können auf der Webseite der BaFin auf Echtheit geprüft werden.
  7. Der wichtigste Freund auf der Suche nach einem Forex Broker aus Deutschland ist das Impressum. Hier findet man in der Regel die genaue Anschrift des Hauptsitzes vor, ebenso wie Angaben zur Regulierung, Lizenzierung und Registrierung. Damit erfährt man schnell, ob es sich beim jeweiligen Unternehmen um einen „echten“ Forex Broker aus Deutschland handelt.