Tagesgeld oder kurzes Festgeld – Was ist die bessere Anlage?

von A.Schwankowksi 2018

Aufgrund extremer Niedrigzinsen sind die Sparer immer auf der Suche nach alternativen Anlagemodellen. Aktuell stellt sich für viele Anleger dabei die Frage zwischen einem Tagesgeld und einem Festgeld, wobei ganz besonders die kurzen Festgelder die Aufmerksamkeit der Sparer erregt haben. Hierdurch versprechen sie sich ähnlich flexible Möglichkeiten wie beim Festgeld, gleichzeitig aber wiederum einen höheren Zinssatz. Ob das tatsächlich so ist, beziehungsweise wo die Vor- und Nachteile der beiden Anlagemodelle liegen, wollen wir uns im Folgenden einmal ansehen.

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Alle Vorteile vom kurzen Festgeld im Check

Für viele Sparer überwiegen bei der Wahl der Anlagemodelle die Vorzüge der Festgelder. Ganz besonders deutlich werden diese natürlich bei den Zinssätzen, da die Banken auf langfristige Anlagen deutlich bessere Zinssätze vergeben. Doch wie ist es bei den kurzen Festgeldanlagen von gerade einmal ein paar Monaten? Im Prinzip ganz ähnlich, denn auch hier können sich die Anleger in der Regel über etwas höhere Zinssätze freuen, als bei der Tagesgeldanlage. Gleichzeitig spricht noch ein weiterer Aspekt für die „langfristigen“ Kurzanlagen. Die Abwicklung und Kontoführung ist auf Dauer deutlich einfacher, da die Anlagen immer für mehrere Monate platziert werden. Somit muss nur zu Beginn der Anlage einmal der Betrag überwiesen und am Ende der Anlage der jeweilige Betrag wieder zurückgeholt werden. Werden hingegen Tagesgelder angelegt, können bei einem vielseitigen Portfolio schnell einmal ein Wechsel oder Änderungen notwendig werden. Diese erfordern wiederum die Aufmerksamkeit der Anleger und können auf Dauer durchaus in eine Art Stress ausarten.

Ein genereller Vorteil der kurzfristigen Festgeldanlagen liegt aber natürlich in der Verfügbarkeit der Einlagesumme. Während bei langfristigen Festgeldern über mehrere Jahre kein Zugriff auf die Anlagesumme möglich ist, sieht das bei kurzen Festgeldern ein wenig anders aus. Hier liegt die Laufzeit nur bei wenigen Monaten, so dass auch größere Anlagesummen unter Umständen leichter „entbehrt“ werden können. Das wiederum wirkt sich natürlich positiv auf die Rendite aus. Die Rendite ist hierbei ein gutes Stichwort, denn die kann bei Festgeldanlagen von jedem Sparer ganz einfach berechnet werden. Der Zinssatz ist für die gesamte Laufzeit gebunden und gibt dementsprechend schnell Aufschluss darüber, welche Rendite am Ende der Anlage zu erwarten ist.

Die Vor- und Nachteile von kurzen Festgeldanlagen im Überblick

  • Profitablere Zinssätze als beim Tagesgeld
  • Unkomplizierte Kontoführung und Kontrolle der Anlage
  • Kurzfristige Festgelder erlauben Zugriff auf Anlagesumme nach wenigen Monaten
  • Zinssatz für gesamte Laufzeit garantiert
  • Anlagesumme kann während der Laufzeit nicht verändert werden

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Alle Vorteile vom Tagesgeld im Check

Das Tagesgeld war lange Zeit für viele Sparer die deutlich spannendere Alternative, da hier eben nicht während der gesamten Anlagelaufzeit auf den Sparbetrag verzichtet werden muss. Das Tagesgeldkonto arbeitet im Prinzip wie ein reguläres Girokonto und ermöglicht demnach auch Beträge vom Konto abzuheben oder auf dieses zu überweisen. Insgesamt kann die Tagesgeldanlage also durchaus als ein wenig flexibler bezeichnet werden als das kurzfristige Festgeld, da die Anleger immer den kompletten Zugriff auf ihre Sparsumme ausnutzen können. Darüber hinaus ist das Tagesgeld zusätzlich auch gerade für die unerfahrenen Anleger interessant. Vergleichbar hohe Anforderungen für die Mindesteinlagen werden beim Tagesgeld in der Regel nicht aufgestellt, so dass schon kleinere Summen angelegt werden können. Beim Festgeld wiederum werden in einigen Fällen mindestens 5.000 Euro fällig, bevor die Anlage überhaupt zustande kommen kann.

Ein weiterer Aspekt, der allerdings als Nachteil und Vorteil herhalten kann, ist der schwankende Zinssatz. Dieser kann im Laufe der Anlage natürlich sowohl freudige als auch negative Begleiterscheinungen mit sich bringen. Steigt der Zinssatz, profitieren die Sparer bei Tagesgeldanlagen direkt von dieser Erhöhung, da auch die Verzinsung des Tagesgeldes zulegt. Andererseits ist bei negativen Entwicklungen natürlich genau das Gegenteil der Fall.

Vor- und Nachteile vom Tagesgeld im Überblick

  • Flexible Anlage
  • Permanenter Zugriff auf die Anlagesumme
  • Geringe Hürden vor Einlage zu meistern
  • Zinssatz unterliegt Schwankungen
  • Niedrigere Zinsen als bei kurzfristigen Festgeldern

Wie lassen sich die besten Angebote finden?

Das Angebot an Tages- und Festgeldern ist in der Branche mittlerweile enorm groß. Zahlreiche bekannte und unbekanntere Bankhäuser bieten die Anlagemodelle an und präsentieren dabei natürlich ganz unterschiedliche Konditionen und Bedingungen. Um aus dieser breiten Vielfalt die beste Anlage entdecken zu können, sollten die Sparer bei der Wahl daher immer mehrere Faktoren berücksichtigen. Hierzu gehört in erster Linie die Einlagensicherung, die sowohl bei Fest- als auch bei Tagesgeldern von enormer Bedeutung ist. Jeder Sparer möchte bei seiner Anlage sicher sein, dass das Geld auch in sicheren Händen ist. Dementsprechend ist klar, dass ohne eine bestehende Einlagensicherung in jedem Fall keine Anlage platziert werden sollte.

Unterschieden wird dabei zwischen einer gesetzlichen Einlagensicherung und einer freiwilligen Einlagensicherung. Alle europäischen Banken zum Beispiel unterstehen einer gesetzlichen Einlagensicherung. Viele deutsche Banken sind darüber hinaus auch noch Mitglied im Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken. Durch diese zusätzliche Absicherung wird die Einlagensicherung nicht nur bis zu einer Summe von 100.000 Euro (gesetzliche Einlagensicherung) gewährleistet, sondern oftmals bis zu mehreren Millionen Euro.

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Auch die restlichen Konditionen müssen stimmen

Neben den geltenden Zinssätzen gibt es aber natürlich noch weitere Konditionen, die bei der Bewertung eine Rolle spielen. Gerade bei Festgeldanlagen ist zum Beispiel immer eine gewisse Mindestanlagesumme erforderlich. Wie hoch diese genau ist, liegt in der Hand der Bank. Zusätzlich dazu sollte der Blick bei Festgeldern auf den Zinsrhythmus wandern. Dieser legt fest, wann genau die Zinsen auf das Festgeldkonto überwiesen werden. Im besten Fall wird eine jährliche Zinszahlung gewählt, da in diesem Fall vom sogenannten Zinzeszins-Effekt profitiert werden kann. Der ist bei kurzfristigen Festgeldern allerdings nicht gegeben, da die Anlagedauer in diesem Fall bei unter einem Jahr liegt. Verzinst wird dementsprechend am Ende der Anlagelaufzeit.

Ebenfalls für Festgelder interessant, ist der Fortgang am Ende der Laufzeit. Bei einigen Banken wird automatisch eine Wiederaufnahme der Anlage durchgeführt, wenn diese nicht rechtzeitig aufgelöst wird. Wer das angelegte Geld also zum Ende des Anlagezeitraums benötigt, sollte sich rechtzeitig um diese Auflösung kümmern, da die aktuellen Konditionen sonst auch für die kommende Anlage übernommen werden. Tagesgeldanlagen sind hiervon natürlich nicht ganz so betroffen, da die Sparer ihre Anlagesumme einfach zu einem beliebigen Zeitpunkt vom Konto abheben können.

Fazit: Beide Modelle haben Stärken und Schwächen

Einen klaren Favoriten bei der Wahl zwischen der Festgeld- und Tagesgeldanlage gibt es auf den ersten Blick nicht, da beide Anlagemodelle ihre Vor- und Nachteile haben. Festgeld-Sparer profitieren bei kurzen Festgeldanlagen in der Regel von deutlich höheren Zinssätzen, müssen dafür aber während der gesamten Anlagedauer auf ihren angelegten Betrag verzichten. Anders ist es beim Tagesgeld, wo jeden Tag ganz nach den eigenen Vorstellungen über die Anlagesumme verfügt werden kann. Diese Flexibilität hat aber auch ihren Preis, der sich besonders in den Zinssätzen widerspiegelt.

Generell stehen die Sparer also vor der freien Wahl und sollten hierbei insbesondere auf die eigene Geldbörse achten. Kann auf eine größere Summe für ein paar Monate verzichtet werden, ist sicherlich das kurze Festgeld rentabler. Wer sich allerdings tägliche Verfügung wünscht, sollte sich eher bei den Tagesgeldangeboten umschauen. Insgesamt lässt sich aber festhalten, dass die Festgelder eventuell einen kleinen Tick überlegen sind, was insbesondere in der einfachen Berechnung der Rendite begründet liegt. Der Zinssatz ist immer fixiert und so lässt sich unproblematisch ausrechnen, welcher Betrag am Ende der Anlage auf das Konto wandert.

Interessante Festgeldanlagen vorgestellt

Dass sich durchaus interessante Angebote auch für die kurzen Festgelder finden lassen, zeigt ein Blick auf die Offerten der unterschiedlichen Banken. Bei einer Anlagedauer von drei Monaten und einer Anlagesumme von 5.000 Euro zum Beispiel können die Sparer mit Zinsen von über einem Prozent rechnen. Ganz genau 1,10 Prozent p.a. verspricht die FIMBank bei einer derartigen Anlage über zwölf Wochen. Obwohl es sich dabei nicht um eine deutsche Bank handelt, müssen sich die Sparer keine Gedanken um ihre Gelder machen, denn die sind dank der gesetzlichen maltesischen Einlagensicherung bis zu einer Summe von 100.000 Euro vollständig geschützt.

Fast einen Prozent Zinsen für das Festgeld können sich die Sparer aber auch in Portugal sichern. Bei der Banco BNI Europa werden den Anlegern 0,90 Prozent p.a. angeboten, wobei die Anlagesumme auch in diesem Fall vollständig abgesichert ist. Zuständig ist in diesem Fall die portugiesische Einlagensicherung, mit der alle Anlagen bis zur Summe von 100.000 Euro geschützt sind. Ebenfalls 0,90 Prozent p.a. bietet darüber hinaus auch die Bigbank aus Estland. Selbstverständlich greift auch hier eine gesetzliche Einlagensicherung des Landes, so dass Beträge bis 100.000 Euro vollständig geschützt sind. Eine automatische Verlängerung der Anlage findet nicht statt, kann von den Sparern aber ganz bequem zu Beginn der Anlage in Auftrag gegeben werden.