Mit Tagesgeld Hopping zur besten Rendite

von A.Schwankowksi 2018

Auch in einem Privathaushalt gehört zu einer vernünftigen Finanzplanung auch eine finanzielle Reserve, auf die man bei unvorhergesehenen Ausgaben jederzeit zurückgreifen kann. Während die Ersparnisse, auf die man für die nächsten Jahre verzichten kann, auf Festgeldkonten, Aktienfonds oder anderen Anlageformen besser aufgehoben sind, kommen für frei verfügbare Mittel nebem Kopfkissen oder Girokonto eigentlich nur das Tagesgeldkonto in Frage. Während höhere Bargeldbestände im Haus ein hohes Sicherheitsrisiko darstellen, und für Einlagen auf dem Girokonto schon seit einigen Jahren keine Zinsen mehr zu erwarten sind, bleibt das Tagesgeldkonto für diesen Zweck immer noch die beste Lösung. Doch auch bei einem Tagesgeldkonto, einem Produkt, welches mittlerweile bei jeder privaten Hausbank im Angebot ist, wird mittlerweile auch hier fast überall bei den Zinsen geknausert.

Branchenexperten haben berechnet, dass der durchschnittliche Zins, der derzeit auf Einlagen auf dem Tagesgeldkonto von Banken mit Sitz in Deutschland gezahlt wird, bei nur noch etwa 0,2 Prozent liegt. Es gibt mittlerweile sogar Tagesgeldkonten, die mit einem Zinssatz von genau null Prozent angeboten werden. Doch es geht auch anders: Insbesondere mit sogenannten Eröffnungsangeboten versuchen einige Institute, mit ihrem Tagesgeldkonto neue Kunden zu gewinnen. Während bei den besten Angeboten dieser Art Zinsrenditen von über einem Prozent durchaus üblich sind, ist die Laufzeit in den meisten Fällen nur auf drei bzw. vier Monate beschränkt. Will der Sparer also auf seine Einlagen auf dem Tagesgeldkonto dauerhaft eine überdurchschnittliche Rendite erwirtschaften, ist es unausweichlich, kontinuierlich zu wechseln, und auf die jeweils besten Angebote zu setzen. In unserem folgenden Bericht möchten wir zeigen, wir der Sparer konkret bei dieser Strategie vorgehen sollte, die auch unter dem Namen Tagesgeld Hopping bekannt ist.

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Grundsätzliches Vorgehen beim Tagesgeld Hopping

Um bei der Anlage von Tagesgeld dauerhaft eine überdurchschnittliche Rendite zu erzielen, ist ein kontinuierlicher aber durchaus überschaubarer Aufwand notwendig. Zunächst haben wir in einer Übersicht die wichtigsten Bestandteile dieser kontinuierlichen Aufgabe dargestellt:

  • Eigene Strategie / Schwerpunkte festlegen
  • Markt kontinuierlich beobachten / Vergleichsportale benutzen
  • Passendes Angebot auswählen und Konto eröffnen
  • Alte und nicht genutzte Konten ordentlich kündigen
  • Auch auf die Sicherheit achten

Ausgangspunkt sollte in jedem Fall eine individuelle Standortbestimmung sein, um im Anschluss eine Art eigene Strategie festzulegen. Hierzu gehört zum einen die Frage, welchen Aufwand der Sparer überhaupt bereit ist, zu betreiben. Darüber hinaus sollte geklärt bzw. festgelegt werden, wie viel Geld überhaupt als Tagesgeld angelegt werden soll. Erst wenn diese Punkte klar sind, kann sich der Sparer gezielt auf die Suche nach passenden Angeboten machen. Werden bereits Tagesgeldkonten geführt, ist es nach unserer Erfahrung sehr zu empfehlen, diese wieder zu kündigen, sobald diese nicht mehr genutzt werden, und auch vorerst nicht mehr genutzt werden sollen. Im Folgenden werden wir noch einmal ausführlicher darauf eingehen, was aus Sicht des Tagesgeld Hoppers bei jedem einzelnen Punkt konkret beachtet werden sollte und warum dies so ist.

Strategie festlegen und gezielt auswählen

Zur Festlegung der Strategie gehören vor allem die Fragen, nach dem Aufwand und nach der Geldmenge. Bezüglich des Aufwandes sollte sich der Sparer fragen, ob er tatsächlich langfristig die Disziplin aufbringt, kontinuierlich die aktuellen Angebote für das Tagesgeld im Auge zu behalten. Ist diese Voraussetzung gegeben, bedeutet dies bei der Suche nach Angeboten, dass auch eher kurzfristige Zinsgarantien berücksichtigt werden können. Denn die entsprechenden Angebote unterscheiden sich durchaus erheblich. Während einige Tagesgeldkonten nach Eröffnung einen hohen Zinssatz nur für drei Monate garantieren, liegt diese Frist bei anderen Angeboten auch mal bei einem Jahr. Nach dieser Phase fällt der Zins nach unserer Erfahrung bei vielen Angeboten auf ein deutlich niedrigeres Niveau, und zwar in die Nähe des durchschnittlichen Zinssatzes. Kommt der Sparer bei den Festlegungen seiner Strategie eher zu dem Schluss, dass er die erforderliche Disziplin nicht aufbringt, rechtzeitig vor dem Auslaufen eines solchen Eröffnungsangebotes nach neuen Tagesgeldkonten zu suchen, neu Konten zu eröffnen und alte zu kündigen, sollte nach unserer Erfahrung eher nach Angeboten mit längeren Phasen garantierter Zinsen Ausschau gehalten werden.

Ebenso wichtig ist die Frage, wie viel Geld überhaupt auf dem Tagesgeldkonto angelegt werden soll. Denn die jeweiligen Angebote unterscheiden sich auch darin, dass der attraktive Zins nur für eine bestimmte Summe gilt. Während diese Summe bei vielen Angeboten erst bei 100.000 Euro erreicht ist, zahlen andere Institute die Zinsen nur für einen Betrag von bis zu 20.000 Euro oder auch nur 10.000 Euro. Natürlich ist es auch möglich, auf mehrere Tagesgeldkonten parallel zu setzen, jedoch bedeutet auch ein solches Vorgehen einen etwas größeren Aufwand.

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Kontinuierlich beobachten und gezielt auswählen

Wenn aufgrund der individuellen Voraussetzung die Kriterien für die Auswahl der besten Angebote festgelegt wurden, kann sich der Sparer nun gezielt auf die Suche nach passenden Angeboten machen. Auch wenn es sich bei Tagesgeldkonten um keinen besonders dynamischen Markt handelt, der einem ständigen Wandel unterliegt, so zeigt unsere Erfahrung doch, dass angesichts der vielen Institute auf diesem Markt, regelmäßige neue Angebote auftauchen können, und alte verschwinden. Ein hilfreiches Instrument können in diesem Zusammenhang Vergleichsportale sein, die, ebenfalls unter der Eingabe von bestimmten Parametern, die aktuell besten und verfügbaren Angebote auflisten. Für die richtige Auswahl sollte sich der Sparer zudem überlegen, welches Niveau an Sicherheit er in Bezug auf seine Einlagen erwartet. Zwar kann bei allen Angeboten für Tagesgeld innerhalb der Europäischen Union von einem hohen Niveau für die Sicherheit der Einlagen ausgegangen werden, da seit einigen Jahren einheitliche Regularien zur Umsetzung der Einlagensicherung gelten. Gleichwohl gibt es durchaus Unterschiede, wie diese Vorgaben in den einzelnen Staaten konkret umgesetzt werden. Grundsätzlich ist in diesem Zusammenhang anzumerken, dass Angebote von Bankeninstituten mit Sitz in Deutschland nach wie vor zu den sichersten gezählt werden können.

Ausgewähltes Konto eröffnen und nicht genutztes wieder kündigen

Wurde das passende Konto ausgewählt und hat sich der Sparer für die Eröffnung dieses Produktes entschieden, muss das Tagesgeldkonto nur noch eröffnet werden. Unsere Erfahrung zeigt, dass sich dieser Prozess bei den meisten Instituten weitgehend gleich, so dass beim Tagesgeld Hopping mit der Zeit auch ein gewisser Übungseffekt eintreten sollte, welcher diesen Vorgang weiter beschleunigt. Grundsätzlich handelt es sich bei den allermeisten Angeboten dieser Art um Online Konten, die sowohl online geführt als auch online eröffnet werden. Zumeist findet sich direkt auf der Produktseite eines Angebotes eine Schaltfläche, mit der der Anmeldungsprozess ausgelöst werden kann.

Es öffnet sich im Anschluss ein Anmeldungsformular, in welches einige persönliche Daten eingetragen werden. Notwendig ist es darüber hinaus, dass das Anmeldungsformular komplett ausgedruckt, persönlich unterschrieben und an das Institut verschickt wird. Neben einem unterschriebenen Antrag wird von Seiten der Bank auch noch der Nachweis der persönlichen Identität des Kontoinhabers, die sogenannte Legitimation, verlangt. In einer klassischen Bankfiliale wird dieser Vorgang durch Vorlage des Personalausweises erledigt werden. Im Falle einer Online Eröffnung ist es jedoch notwendig, dass die Legitimation per Postident Verfahren erfolgt. Dabei wird die Feststellung der Identität in einer Filiale der Deutschen Post durchgeführt, und das Ergebnis an die entsprechende Bank übermittelt.

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Genauso wichtig wie die Eröffnung ist aus unserer Sicht, dass ein Konto im Anschluss an die Benutzung auch wieder gekündigt wird. Neben einer besseren Übersicht über die eigenen Finanzen raten wir vor allem zu diesem Schritt, um sich die Chance offenzuhalten, zu einem späteren Zeitpunkt wieder als Neukunde zu gelten, und erneut von einem Eröffnungsangebot profitieren zu können.

Beide Gründe können dabei durchaus auch finanzielle Konsequenzen haben. So kann eine fehlende Übersicht bei den bestehenden Tagesgeldkonten unter Umständen dazu führen, dass Mitteilungen von Seiten der Institute nicht abgerufen und in der Folge postalisch zugestellt werden, was zu Gebühren und Portokosten führen kann.

Darüber hinaus werden die besten Angebote für Tagesgeldkonten ausschließlich an Neukunden vergeben, so dass ein bestehendes Tagesgeldkonto, selbst wenn es aktuell nicht genutzt wird, ein klares Ausschlusskriterium darstellt. Für die Frage, ab wann ein Kunde als Neukunde gilt, legen die Institute unterschiedliche Kriterien an. Während es bei einigen ausreicht, wenn innerhalb der letzten sechs Monate kein Produkt des Unternehmens genutzt wurde, liegt diese Schwelle bei anderen Instituten bei einem Jahr. Je eher ein nicht genutztes Tagesgeldkonto also gekündigt wurde, je eher können Eröffnungsangebote wieder genutzt werden.

Fazit – Für erfolgreiches Tagesgeld Hopping braucht es eine Strategie und etwas Mühe

Grundsätzlich braucht es für das sogenannte Tagesgeld Hopping, eine Strategie, bei der auf das jeweils beste Angebot gewechselt wird, keinen besonders großen Aufwand. Ein paar Gedanken sollte sich der Sparer im Vorfeld aber auf jeden Fall machen. Im Mittelpunkt sollten dabei die Kriterien eigener Aufwand und angelegte Geldmenge sowie natürlich auch die Sicherheit der Einlagen stehen. Über entsprechende Internetseiten kann der Markt darüber hinaus problemlos beobachtet werden und auch die Eröffnung selber ist für geübte Personen ein überschaubarer Aufwand.

Angebote gibt es in jedem Fall ausreichend. Ein sehr attraktives Angebot stellt nach unserer Erfahrung das Tagesgeldkonto der Volkswagen Bank dar. Für Beträge von bis zu 100.000 Euro erhält der Sparer dabei derzeit 1,25 Prozent p.a. während der ersten vier Monate. Im Anschluss daran ist ein Zinssatz von 0,3 Prozent zu erwarten. Und auch die wüstenrot direct, hat derzeit ein gutes Tagesgeldkonto im Programm. Ebenfalls für vier Monate bietet sie Neukunden einen Zinssatz von 1,11 Prozent p.a., Und zwar für die ersten 20.000 Euro. Danach fällt der Zinssatz allerdings auf nur noch 0,1 Prozent.