Spread Betting: Der Handel mit Kursdifferenzen erklärt

von A.Schwankowksi 2017

Beim Spread Betting wird – ganz kurz erklärt – auf Finanztitel gewettet, in einigen Fällen kommt auch ein Handel dazu. Seinen Ursprung hat das Spread Betting, nicht selten auch als Spread Trading bezeichnet, im Vereinigten Königreich. Dort zählt es inzwischen zu einem der meistgenutzten Finanzprodukte und wird vornehmlich von privaten Anlegern verwendet. In Deutschland ist Spread Betting erst seit dem Jahr 2010 weiter verbreitet, es wird hierzulande unter dem Namen e-Spreads von einigen Brokern bereitgestellt. Welche Broker Ihnen unter anderem Spread Betting ermöglichen, erfahren Sie im nachfolgenden Text. Zudem gibt es dort auch weitere Informationen zu den Risiken und Chancen, die Spread Betting für Sie bereithalten können.

Die Finanztitel werden beim Spread Betting zwar gehandelt, sie werden durch die Trader allerdings nicht tatsächlich gehalten. Zudem kann beim Spread Betting ein höherer oder auch niedrigerer Hebel zum Einsatz kommen. Grundsätzlich beschreibt das Spread Betting somit den Handel mit Kursdifferenzen, nicht mit Handelsinstrumenten an sich. Spread Betting kann „long“ und „short“ geschehen, die Anbieter refinanzieren sich dabei über die Spreads. Kursgewinne und Kursverluste können schnell zu Gewinnen für Sie als Trader führen, allerdings kann es ebenso auch zu schnellen Verlusten kommen. Durch den Hebel können Gewinne wie auch Verluste höher ausfallen, als es bei klassischen Handelsformen oftmals der Fall ist.

Spread Betting auf einen Blick: So funktioniert es

Beim Spread Betting setzt man als Trader grundsätzlich auf eine gewisse Entwicklung eines Kurses. Die Differenzen zwischen den Kurswerten werden dabei zu Gewinnen (oder auch Verlusten) umgerechnet, sodass Sie als Trader sehr schnell Gewinne erzielen können und somit einen lukrativen Profit erreichen können. Auch der Hebel spielt dabei eine nicht zu vernachlässigende Rolle, da er einerseits hohe Investitionen zulässt, dabei aber auch bei der Gewinnermittlung wichtig ist. Auf der anderen Seite birgt das Spread Betting aber auch ein nicht zu vernachlässigendes Risiko, sodass Sie Ihr Kapital auch verlieren können.

Der Spread selber ist die Differenz zwischen den einzelnen Kurswerten. Liegt ein Kurs beispielsweise beim Wert 5, können Sie als Trader auf einen Kursgewinn spekulieren. Setzen Sie einen Betrag X auf den Kursgewinn, erhalten Sie Ihren Gewinn, sobald der Kurswert bei 6 oder höher liegt. Je höher der Kurs liegt, desto höher fällt am Ende auch Ihr Gewinn aus. Dieses Beispiel zeigt das Prinzip des Spread Bettings lediglich vereinfacht, alleine durch den Hebel sind zum Teil deutlich höhere Gewinne möglich, sodass das Spread Betting ein insgesamt großes Potential für schnelle Gewinne bietet.

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Vorteile und Nachteile beim Spread Betting auf einen Blick

Das Spread Betting bietet für Sie als Trader vor allem vier verschiedene Vorteile. So ist diese Handelsform in hohem Maße transparent und Sie können alle notwendigen Details und Faktoren selber überprüfen und diese einfach einsehen. Zudem bieten Ihnen sowohl „long“ als auch „short“ Trades eine Gewinnmöglichkeit, Sie können also auf fallende und auf steigende Kurse spekulieren. Dabei sind die Kosten insgesamt gering, sodass Sie schnell hohe Gewinne erzielen können. Währungen brauchen zudem nicht umgerechnet werden, was in finanzieller Hinsicht ebenfalls einen Vorteil für Sie darstellt. Die Vorteile sind beim Spread Betting allerdings nicht alles und es gibt auch einige Nachteile.

Diese beziehen sich vor allem auf das hohe Risiko. Der Handel über Spread Betting unterliegt einem hohen Risiko und ist daher als sehr spekulativ einzustufen. Somit müssen Sie als Trader immer auch damit rechnen, dass Sie das investierte Kapital verlieren. Dies tritt immer dann ein, wenn der Kurs sich in die entgegengesetzte Richtung entwickelt. Haben Sie auf einen Kursgewinn spekuliert und der Kurs fällt in der Folge, ist Ihr Einsatz verloren. Eine Erstattung ist dann in der Regel nicht vorgesehen. Aus diesem Grund sollten Sie zwingend nur das Kapital einsetzen, welches Ihnen frei zur Verfügung steht.

Spread Betting: Ähnlichkeiten zum Handel mit Differenzkontrakten

Nicht selten wird das Spread Betting als rein digitale Form des CFD Handels beschrieben. Prinzipiell ähneln sich beide Handelsformen auch stark, da zunächst einmal in beiden Fällen mit Derivaten gehandelt wird. Auch gibt es die Gemeinsamkeit, dass der Hebel in beiden Fällen eine nicht zu vernachlässigende Rolle spielt. Dennoch gibt es am Ende auch Unterschiede, die Sie als Trader kennen sollten. Der größte Unterschied liegt wohl in der Verbreitung. Während CFDs in Deutschland schon stark und längere Zeit gehandelt werden, ist das Spread Betting in Großbritannien deutlich stärker verbreitet.

Zudem liegt beim CFD Handel der Fokus vornehmlich auf institutionellen Tradern, während das Spread Betting vorrangig für private Anleger gedacht ist. Inzwischen können Sie in Deutschland auch vom Spread Betting Gebrauch machen und auf diese Weise mit Finanzderivaten handeln. Dabei hat diese Handelsform ein ähnlich großes Potential wie der CFD Handel, das Risiko ist ebenso vergleichbar. Ein weiterer Unterschied liegt allerdings darin, dass der Anbieter beim Spread Betting selber Geld verdient, wenn Sie als Trader Geld verlieren. Dies ist beim CFD Trading nicht in jedem Fall so, da der Broker vielfach nur als Vermittler auftritt. Ein weiterer Unterschied liegt oftmals im Bereich Sicherheit.

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Sichert eine Regulierung das Spread Betting ab und garantiert Seriosität?

Das Spread Betting unterliegt kaum rechtlichen Bestimmungen, sodass es bei vielen Brokern ganz andere Bedingungen dafür geben kann. Bei einigen Brokern kommt es bei hohen Verlusten zum Margin Call, Sie können als Trader also das gesamte Kapital verlieren, auch über den eigentlichen Einsatz hinaus. Eine Regulierung greift bei vielen Brokern – vor allem im britischen Bereich – ebenfalls nicht. Das bedeutet nicht, dass Spread Betting immer gefährlich ist oder dass es keine regulierten Broker gibt, die Spread Betting anbieten. Sie sollten bei der Auswahl des passenden Anbieters allerdings vorsichtig sein und beispielsweise auf eine Regulierung oder auch Einlagensicherung achten.

Auch andere Faktoren können auf einen sicheren Broker hinweisen. Dazu zählt beispielsweise das vorhandene Angebot an Basiswerten oder auch das Support-Angebot. Können Sie den Broker nur per Mail erreichen und dauert die Rückmeldung sehr lange, kann dies auf einen weniger seriösen Broker hindeuten. Hat der Broker hingegen eine EU-Regulierung vorzuweisen und können Sie hier schnell per Live-Chat einen Ansprechpartner finden oder Schulungen nutzen, scheint der Broker zumindest auf den ersten Blick zuverlässig und seriös zu sein. Zusätzlich können auch weitere Faktoren wie Handelsplattformen und Softwares auf einen sicheren und kompetenten Broker für das Spread Betting hinweisen.

Steuern beim Spread Betting? Sind Gewinne steuerfrei?

Vor allem in Großbritannien hat der Handel per Spread Betting noch einen weiteren deutlichen Vorteil. So müssen auf Gewinne aus diesem Wettgeschäft nämlich keinerlei Steuern gezahlt werden. Davon können Sie als deutscher Trader unter Umständen eventuell ebenfalls profitieren, es ist jedoch fraglich, wie lange dies noch so bleiben wird. Lediglich die britische Finanzaufsicht ist in England aktiv und überwacht die Anbieter vom Spread Betting – vor allem, damit die Trader nicht mit unseriösen Angeboten gelockt werden. Dies bietet zumindest ein wenig Sicherheit für die Anleger, die mit Spread Betting Geld investieren wollen.

Die Laufzeiten sind beim Spread Betting variabel, wie es auch bei anderen Handelsformen der Fall ist. Trades über wenige Minuten bis hin zu mehreren Wochen sind möglich. Auf diese Weise können Sie in dieser Form Ihre Investments einfach durchführen und flexibel sowie sehr abwechslungsreich am Handel teilnehmen. Natürlich sind langfristige Investitionen beim Spread Betting nicht immer einfach vorherzusagen, sodass Ihr Risiko in solchen Fällen ansteigen kann. Kurze Spekulationen über wenige Minuten bieten vielfach ein höheres Potential, allerdings setzen nicht wenige Trader beim Spread Betting auch auf langfristige Investitionen, die häufig noch höhere Renditen in Aussicht stellen.

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Fazit: Spread Betting „schwappt“ langsam aus Großbritannien herüber

Im Vereinigten Königreich ist Spread Betting schon sehr gefragt und weit verbreitet. In Deutschland können Sie diese Handelsform bislang nur bei wenigen Brokern in Anspruch nehmen. Dabei sollten Sie in jedem Fall auf eine Regulierung achten und auch sonst prüfen, ob der Broker seriös und zuverlässig ist. Spread Betting bietet die Chance auf hohe Gewinne in kurzer Zeit, bedingt durch den Hebel gibt es dabei aber auch ein Risiko, das Sie nicht außer Acht lassen sollten. In Großbritannien sind Erträge aus dem Spread Betting bisher steuerfrei, sodass sich dieser Trend wohl auch in Deutschland in Zukunft weiter verbreiten wird.

Diese Broker bieten Ihnen für das Spread Betting entsprechende Möglichkeiten

Es gibt bisher nicht viele Broker, die Ihnen eine Möglichkeit zum Spread Betting bieten. Aus diesem Grund kann es ratsam sein, sich entsprechend zu informieren und verschiedene Anbieter miteinander zu vergleichen. Im Folgenden finden Sie drei Anbieter, bei denen Sie (zumindest in Großbritannien) Spread Betting in Anspruch nehmen können. Der Broker CMC Markets zählt zum Beispiel dazu. Dieser Anbieter erklärt seinen Tradern auf der eigenen Webseite ausführlich, wie Spread Betting funktioniert und bietet auf diese Weise eine erste Orientierung.

Zudem können Sie auch beim Broker IG am Spread Betting teilnehmen und sich hier sogar mit Hilfe eines Videos informieren, das Ihnen bereitgestellt wird. Der Broker IG ist insgesamt sehr breit aufgestellt und bietet Ihnen für den Handel vielseitige Möglichkeiten. Davon können Sie auch als deutscher Trader profitieren und somit Ihre Investitionen einfach und gezielt durchführen. Viele Möglichkeiten zum Spread Betting finden Sie zudem beim international ausgerichteten Anbieter City Index. Hier werden Ihnen ebenfalls andere Handelsmöglichkeiten bereitgestellt, sodass Sie sehr flexibel agieren und investieren können. Als deutscher Trader können Sie aktuell (noch) nicht am Spread Betting teilnehmen, in Zukunft könnte diese Option allerdings gegeben sein.