Support and Resistance Strategie

Zuletzt aktualisiert: 14.10.2018von A.Schwankowksi

XTB Erfahrungen

Wir wollen zu Beginn Ihre Vorstellung animieren. Lehnen Sie sich zurück und stellen Sie sich Folgendes vor: Ein Mann versucht eine bestimmte Linie zu überqueren aber ein Zaun versperrt ihm den Weg. Er geht diesen Zaun immer weiter entlang, aber wird es nie schaffen den Zaun zu passieren. Dieser Zaun repräsentiert die so genannten „Support und Resistance Levels“. Sie sind eine der wichtigsten Elemente der Support and Resistance Strategie, mit der wir uns in den kommenden Absätzen näher beschäftigen wollen.

Details und Grundsätzliches der Support and Resistance Strategie

Trader beschäftigen sich während ihres Handelns oft mit Details. Also mit Indikatoren, Oszillatoren, Einstiegssignalen, Stopptechniken und noch vielem mehr. Leider verlieren sie sich dabei meistens auch in diesen Details und überblicken nicht mehr das Große Ganze. Klingt das für Sie sinnvoll? Eher nicht. Aber was ist denn dann sinnvoller?

Es ist sinnvoller, wenn Sie als Trader mit den grundlegenden Methoden arbeiten und sich vorher mit diesen beschäftigen. Die Support and Resistance Strategie gehört zu diesen Grundlagen. Das bedeutet, Sie beschäftigen sich zunächst mit der grundlegenden Denkweise hinter Ihrem gewählten Ansatz, mit dem was im Hintergrund geschieht und warum das so im Hintergrund passiert.

Grundlagen der Support and Resistance Strategie

In der Support and Resistance Strategie betrachten wir die Preise und Angebote ohne Details, sondern nur in ihren Grundzügen.

Preise entstehen durch Angebot und Nachfrage im Orderbuch. Ist die Nachfrage größer als das Angebot, steigt der Kurs. Es entsteht ein Nachfrageüberhang.
Ist das Angebot größer als die Nachfrage, fällt der Kurs. Es kommt zu einem Angebotsüberhang.
Sind Angebot und Nachfrage ausgeglichen, bleibt der Kurs stehen. Dadurch entsteht ein Gleichgewicht.
Dreht sich das Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage, entsteht ein Wendepunkt.

Obere Blockade

Ein Punkt, an dem der Kurs stoppt und umkehrt. Dies wird resistance point genannt. Er stellt einen Punkt dar, an dem die Zahl der Verkäufer die der Käufer übertrifft und der Preis beginnt zu sinken.

Untere Blockade

Dies ist der untere Punkt eines Abwärtstrends. Der Preis hat einen normalen Tiefstand erreicht und wird, für Moment, steigen. Dies wird als support point bezeichnet.

Zonen Support and Resistance Strategie

Die Zonen der Support and Resistance Strategie

Die eigentliche Support and Resistance Strategie

Nachdem wir jetzt die Grundlagen der Support and Resistance Strategie geklärt haben, kommen wir zur eigentlichen Strategie.

Sie dient meist als Sprungbrett für komplexere und selbstbestimmtere Tradingstrategien. Sie ist die meist genutzte Methode, um in den Markt ein- und auszusteigen. Im Normalfall ist sie eine der ersten selbstbestimmten Strategien, die Anfänger lernen. Gleichzeitig ist die Support and Resistance Strategie eine der schwierigsten Strategien, da es nicht einfach ist, klare Regeln zum Traden zu finden.

Wir bekommen eine Reihe von Regeln vorgegeben, um sich mit dem Trading von Unterstützungs- und Widerstandsniveaus vertraut zu machen.

Definition

Zerlegen wir den Ausdruck Support and Resistance Strategie einmal in seine Einzelteile.

Das englische Wort support bedeutet Unterstützung. In diesem Preisbereich kann mit Käufen gerechnet werden. Den Begriff Resistance können wir mit Widerstand übersetzen. Das bedeutet, dass in diesem Preisbereich mit Verkäufen gerechnet werden kann.

Allgemein können wir erkennen: hier herrscht ein Widerspruch.

Was aber passiert, wenn wir einen der beiden Bereiche nachhaltig durchbrechen?

Identifikation

Wie erkennen wir diese vorhin benannten Zonen der Support and Resistance Strategie?

Bei Wendepunkten hat sich der Kurs mehrfach gedreht. Bei einer Gleichgewichtszone hat sich der Kurs oft für einen längeren Zeitraum in diesem Bereich aufgehalten. Ein hohes Volumen zeigt eine hohe Akzeptanz des Preises an.

Diese Zonen sind auf alle Zeiteinheiten anwendbar.

Interpretation

Wir fragen uns nun: Warum haben die genannten Zonen eine Wirkung auf Trader?

Dazu schauen wir uns zwei Betrachtungsweisen an.

Ursache der Entstehung und ihre Reflexivität

Es existiert ein realer Grund und dieser ist immer noch existent. Diese Bereiche werden von den anderen Marktteilnehmern wahrgenommen. Die anderen Marktteilnehmer erwarten, dass andere Zonen sich gegenseitig in ihrem Verhalten beeinflussen. Ein Beispiel dafür sind Gewinnrealisierungen.

Nutzen im Trading

Das klingt ja alles gut und schön aber welchen Nutzen ziehen Sie als Trader aus der Support and Resistance Strategie?

Auswirkungen auf die Einsteige

Sie sollten bei der Support and Resistance Strategie nicht über die oben genannten Zonen hineinhandeln. Außerdem ist es nicht ratsam, bei der Support and Resistance Strategie von den Zonen weg zu handeln. Auch hier gilt: Geduld ist die halbe Miete. Bedeutet: werfen Sie nicht den ersten Stein, sondern warten Sie bis der Kurs sich deutlich ablöst.

Auswirkungen auf Ausstiege

Nehmen Sie also vor diesen Zonen Ihre Gewinne vom Tisch. Sie können sich mit einem angemessenem Know-How über den Markt und mit der Nutzung von manchen technischen Analysen dieser Methode zu guten Chancen verhelfen.

Zurück zur Einleitung

Wenn der Mann unserer Anfangsgeschichte es schafft, an einer gewissen Stelle den Zaun zu durchqueren, befindet er sich auf der anderen Seite. Dementsprechend kann ein Resistance Level, das durchbrochen wurde, in ein Support-Level verwandelt werden und umgekehrt ein Support Level in ein Resistance Level verwandelt werden.

candlesticks Support and Resistance Strategie

Support und Resistance Strategie und ihre Candelsticks

Vorteile für den Trader

Die Levels der Support and Resistance Strategie sind recht leicht zu erkennen. Um die Support and Resistance Strategie zu analysieren braucht es keine hochrangigen Chart-Analyse-Fähigkeiten. Damit ist die Support and Resistance Strategie sowohl für Anfänger als auch für Fortgeschrittene geeignet. Die Support and Resistance Strategie kann in jedem Timeframe und mit jedem Instrument verwendet werden.

Die passenden Niveaus finden

In der Support and Resistance Strategie gibt es zwei Niveaus die wir zuerst einmal ausmachen wollen. Hierbei handelt es sich um sogenannte Widerstandsniveaus und Unterstützungsniveaus. Sie geben der Support and Resistance Strategie ihren Namen.

Widerstandsniveaus

Um die Widerstandsniveaus zu finden, suchen wir uns im Chart den höchsten Kurs heraus und platzieren eine Linie an der Oberseite des Charts. Diese wird nun nach unten zum ersten Widerstand verschoben. Danach platzieren wir eine zweite Linie unterhalb der bereits der vorhandenen Linie und verschiebe diese wiederum zum nächsten Widerstandsniveau.

Platzieren Sie weitere Widerstandsniveaus ein bis der derzeitige Chartverlauf erreicht wurde. Beachten Sie bitte dabei, nicht zu viele Widerstände auf dem Chart einzuzeichnen, sondern nur die Wichtigsten. Das wird im ersten Moment schwierig erscheinen, jedoch hier gilt: Übung macht den Meister.

Support and Resistance Strategie

1.: An der Oberseite des Charts eingezeichnete Linie, die anschließend nach unten verschoben wird. 2.: zuvor eingezeichnete Widerstandslinie 3.: Kursniveau, zu dem die Linie verschoben wird. 4.: grün hinterlegte Bereich markiert das zweite Widerstandsniveau.

Unterstützungsniveaus

Auch bei den Unterstützungsniveaus verfahren wir ähnlich, allerdings beginnen wir hier am unteren Ende des Charts und wandern nach oben. Wir platzieren eine Linie an der Unterseite des Charts und verschieben sie nach oben zum ersten Unterstützungsniveau. Genau so verfahren wir auch mit den weiteren Linien. Verfahren Sie so weiter, bis Sie den derzeitigen Kurs erreicht haben. Beachten Sie bitte dabei, nicht zu viele Widerstände auf dem Chart einzuzeichnen, sondern nur die wichtigsten. Das wird im ersten Moment schwierig erscheinen, jedoch hier gilt: Übung macht den Meister.

Niveaus Support and Resistance Strategie

1.: neu eingezeichnete Linie, die nach oben verschoben wird. 2.: erste Unterstützungslinie 3.: zweites Unterstützungsniveau 4.: rot hinterlegter Bereich = das zweite Unterstützungsniveau

Einstiege der Support and Resistance Strategie

Sobald Sie die Unterstützungs- und Widerstandsniveaus platziert haben, können Sie damit anfangen, nach möglichen Einsteigen Ausschau halten. Im Folgenden wollen wir uns zwei mögliche Einstiege genauer anschauen: den klassischen Einstieg und den Einstieg mit Break-outs, also Ausbrüchen im Chart.

Klassischer Einstieg

Beim klassischen Einstieg sollten Short-positionen an einem Widerstandsniveau platziert werden, sobald sich der Candlestick vollständig herausgebildet hat. Können Sie sich denken, wo Long-Positionen platziert werden? Genau, diese werden genau gegenteilig platziert, nämlich an den Unterstützungsniveaus.

Stopp-Loss-Positionen werden auf der anderen Seite platziert. Ihr Profitziel platzieren Sie am nächsten Unterstützungsniveau unterhalb des Einstiegs.

Stellen Sie sicher, dass die potenziellen Erträge größer sind, als das potenzielle Risiko. Dazu müssen Sie auch entscheiden, welches Chancen-Risiko-Verhältnis optimal ist. Als normales Verhältnis gilt bei der Support and Resistance Strategie von 1:2 bis 1:3.

Einstieg mit Break-outs

Beim Einstieg mit Break-outs werden Ausbrüche genutzt, das heißt wir nutzen die Punkte im Chart, an denen der Kurs ein Unterstützungs- beziehungsweise Widerstandsniveau durchbricht.

Dabei gibt es zwei Methoden: die erste ist, zu traden, sobald der Durchbruch geschieht. Haben wir im Folgenden als Methode 1 genauer erklärt. Die zweite Methode ist, zu warten, bis das Unterstützungsniveau zu einem Widerstand wird und umgekehrt.

Methode 1

Zuallererst bestimmen wir auch hier die Unterstützungs- und Widerstandsniveaus. Als nächstes waren wir, bis der Candlestick entweder oberhalb des Widerstands oder unterhalb des Unterstützungsniveaus schließt. Sobald sich ein Candlestick deutlich herausgebildet hat, kann ein Long-Trade platziert werden, das Stopp-Loss-Signal setzen wir unter die Unterstützungsniveaus.

Einstieg mit Break-outs Support and Resistance Strategie

erste Einstiegsmethode des Einstiegs mit Break-outs

Methode 2

Methode 2 ist der ersten ähnlich.

Sie sollten allerdings keinen Trade eröffnen, wenn ein Candlestick oberhalb eines Widerstandes oder unterhalb einer Unterstützung schließt. Nein, wir warten bis der Kurs zum durchbrochenen Niveau zurückkehrt.

Ein kleines Beispiel

Ein Candlestick durchbricht ein Unterstützungsniveau nach unten hin, und schließt auf der anderen Seite. Anstatt sofort einen Short-Trade zu platzieren, warten wir ab, bis der Kurs zum vorherigen Unterstützungsniveau zurückkehrt, und achten darauf, ob dieses jetzt als Widerstand fungiert. Sobald der Kurs am vorherigen Unterstützungsniveau auf Widerstand trifft, platzieren wir einen Short-Trade. Den Stopp-Loss setzen wir oberhalb des Widerstandsniveaus. Das Profitziel ist das nächste Widerstandsniveau unterhalb des Einstiegspunkts.

Tipps und Vorsicht

Sie sollten bei der Support and Resistance Strategie wenig bis gar nicht prognostizieren. Es ist eher ratsam, Szenarien zu entwickeln und zu beobachten, was wirklich passiert. Erst wenn Ihr entwickeltes Szenario eintritt, sollten Sie handeln. Die einzelnen Niveaus stellen keine exakten Linien dar, denn sie halten nicht für immer an.

Sie sollten daher immer selbst entscheiden, welchen Niveaus Sie vertrauen und welche eine hohe Wahrscheinlichkeit zum Herabbrechen haben

Selbst entscheiden welchen Levels vertrauen und welche Bei der Support and Resistance Strategie handelt es sich um keine genaue Wissenschaft, bedenken Sie das bitte.

Fazit

Die Niveaus der Support and Resistance Strategie können Sie gedanklich mit Bushaltestellen vergleichen. Aber wir wissen nicht, ob der Bus kommt (Sie kennen ja Busse), wann der Bus abfährt, geschweige denn, wohin der Bus fährt.

Trotzdem sind die Niveaus hilfreich, denn wir können erst einmal beobachten. Also warten, ob der Bus überhaupt kommt. Und es wird erst interessant, wenn der Bus wirklich kommt. Sprich unser Szenario aufgeht. Ansonsten: Füßchen stillhalten. Wenn der Bus abfährt, also der Markt reagiert, fahren wir mit. Und so wissen wir, wohin die Reise geht.

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