Tagesgeld für Firmen – Rendite mit der Liquidität

von A.Schwankowksi 2017

Zu einer vernünftigen Finanzplanung gehört eine ausreichende Reserve, aus der laufende Kosten oder auch nicht geplante Ausgaben beglichen werden können. Grundsätzlich gilt diese Anforderung genauso für Privatleute, wie auch für Freiberufler und natürlich auch für Unternehmen. Wie hoch die Liquidität im Einzelfall sein sollte, hängt natürlich in erster Linie von den individuellen Voraussetzungen ab. Während bei Privathaushalten empfohlen wird, in etwa das Dreifache eines monatlichen Haushaltseinkommen als täglich verfügbare Einlagen bereit zu halten, hängt es bei Freiberufler und auch Unternehmen natürlich in erster Linie von den jeweiligen Gegebenheiten ab. Entsprechende Daumenregeln können hier nicht gegeben werden. Je nach Größe des Gewerbes kommen für die täglich verfügbare Summe aber durchaus beachtliche Beiträge zusammen, die auch bei kleineren Betrieben einen durchaus fünf- oder sechsstelligen Betrag ausmachen.

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Genau wie für Privatleute gibt es auch für die gewerbliche Nutzung spezielle Angebote für Tagesgeldkonten, auf denen täglich verfügbare Einlagen eingelagert werden können, ohne dass auf eine Zinsrendite vollständig verzichtet werden muss. Angesichts der Beträge sowie über die Jahre betrachtet, können so durchaus zusätzliche Einnahmen erzielt werden.

Allerdings stehen für die gewerbliche Nutzung nicht die gleichen Angebote zur Verfügung, auf die auch private Sparer zugreifen können. Darüber hinaus sind auch noch einige weitere Besonderheiten zu beachten, wenn Unternehmen, Freiberufler oder Selbstständige ein Tagesgeldkonto nutzen.

Für wen bietet sich überhaupt ein gewerbliches Tagesgeldkonto an?

Grundsätzlich scheinen private Kunden bei den Angeboten fürs Tagesgeld deutlich bessere Angebote zur Verfügung zu stehen, als gewerblichen Kunden. Während die Auswahl an Tagesgeldkonten für die private Nutzung extrem groß ist, und sich kaum überblicken lässt, ist die Auswahl von Produkten, welche speziell für die gewerbliche Nutzung angeboten werden, insgesamt doch sehr übersichtlich. Zunächst muss ohnehin zwischen verschiedenen Zielgruppen unterschieden werden, an die sich die Unternehmen mit ihren Tagesgeldkonten richten.

Zunächst sind da die Kleinen und Kleinstbetriebe zu nennen, also Einpersonen-Unternehmen, deren Ansprüche weitgehend mit denen von Privatleuten verglichen werden können. In diese Kategorie können auch Selbstständige und Freiberufler eingeordnet werden. Insbesondere bei letzterer Gruppe ist es nicht selten der Fall, dass das private Girokonto ganz einfach für die gewerblichen Zwecke mit genutzt wird. Damit verbunden ist dann häufig auch eine Nutzung eines Tagesgeldkontos, welches eigentlich nur für private Zwecke konzipiert wurde.

Während diese Praxis von vielen Banken durchaus geduldet wird, so steht sie doch in einem Widerspruch zu den AGB der Institute. Kontoinhaber, die ihr Konto, welches eigentlich ausschließlich für eine private Nutzung konzipiert wurde, teilweise oder sogar hauptsächlich für gewerbliche Zwecke nutzen, begehen zwar keine Straftat, laufen aber Gefahr, dass diese Regelung Praxis wird und dann durch die Bank unterbunden wird. Dies hat dann mit unter unangenehme Folgen, da ein neues Konto eröffnet werden muss, was neben der damit verbundenen Bürokratien häufig auch eine aufwendige Änderung von Geschäftsunterlagen wie etwa Briefköpfen oder Visitenkarten oder auch des Internetauftritts zur Folge haben kann. Das gleiche gilt prinzipiell auch für die Nutzung eines für private Zwecke gedachten Tagesgeldkontos, auch wenn die möglichen Folgen sicher nicht so schwerwiegend sind. Insbesondere, wenn, wie bei Personengesellschaften üblich, das private Vermögen und das Firmenvermögen nicht klar voneinander getrennt sind, spricht prinzipiell auch nichts dagegen, die gewerbliche finanzielle Reserve auf ein privates Tagesgeldkonto zu legen, auf dem es in den meisten Fällen deutlich mehr Zinsen gibt.

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Nicht möglich ist eine solche Vorgehensweise allerdings bei Unternehmen, die nach der Rechtsform einer Kapitalgesellschaft organisiert sind. Hier stellt die Wahl eines Tagesgeldkontos für die gewerbliche Nutzung die einzige Möglichkeit dar. Wer sich also auf die Suche nach einem Tagesgeldkonto für sein Unternehmen macht, sollte zu aller erst darauf achten, dass eine gewerbliche Nutzung explizit vorgesehen ist. Während sich kleine Unternehmen hier an denen Standardangeboten der Institute orientieren müssen, gibt es für größere Unternehmen auch die Möglichkeit, von individuellen Lösungen zu profitieren. Steht die Suche nach einem Tagesgeldkonto mit der Suche nach einer Hausbank für das Unternehmen in Verbindung, ist es durchaus möglich, dass in Bezug auf das Tagesgeld Sonderkonditionen mit der Bank vereinbart werden können. Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass es sich um ein größeres Unternehmen mit einem entsprechenden Bedarf an Finanzdienstleistungen handelt.

Auch wenn es diesbezüglich keine festen Orientierungsgrößen gibt, so kann davon ausgegangen werden, dass für eine individuelle Betreuung durch die Bank Liquidität von deutlich über 100.000 Euro zu verwalten zeigen sollten.

Auf welche Besonderheiten sollte geachtet werden?

Auch bei der Auswahl des konkreten Tagesgeldkontos gibt es für Unternehmen verschiedene Kriterien zu beachten, die sich im Grunde nicht wesentlich von den Kriterien unterscheiden, die auch für die Auswahl eines Tagesgeldkontos für die private Nutzung gelten.

Entscheidend ist für viele natürlich zunächst die Höhe der Zinsen. Hier zeigt ein Vergleich der Angebote zunächst, dass durchschnittlich noch einmal weniger Zinsen zu erwarten sind, als bei vergleichbaren Angeboten für private Tagesgeldeinlagen. Dies liegt zunächst daran, dass in diesem Bereich offenbar überhaupt nicht mit sogenannten Eröffnungsangeboten gearbeitet wird, bei denen die Kontoinhaber für eine bestimmte Phase nach der Kontoeröffnung von einem besonders hohen Zinssatz profitieren können. Mit der Nutzung entsprechender Angebote können private Sparer ihre jährlichen Zinsrenditen auf über ein Prozent schrauben, auch wenn hierfür das Konto mehrfach gewechselt werden muss.

Der durchschnittliche Tagesgeld Zinssatz bei Angeboten für die gewerbliche Nutzung liegt dabei bei nur 0,13 Prozent, was noch einmal deutlich weniger ist, als der durchschnittliche Zins auf private Tagesgeldkonten in Höhe von etwa 0,2 Prozent.

Neben der Höhe des nominalen Zinssatzes hat auch der Turnus, in denen die Zinsen gezahlt werden, eine Bedeutung auf die endgültige Rendite. Je häufiger je Jahr eine Auszahlung der Zinsen erfolgt, desto höher ist der Zinseszinseffekt.

Letztendlich sollte auch darauf geachtet werden, wie schnell das Geld vom Tagesgeldkonto auf das Girokonto überwiesen werden kann. Mit den kürzesten Fristen ist in diesem Zusammenhang zu rechnen, wenn Girokonto und Tagesgeldkonto beim selben Institut geführt werden. Nur hier kann der Kontoinhaber damit rechnen, dass das Guthaben praktisch in Echtzeit von einem auf das andere Konto transferiert werden kann. Insbesondere wenn der Kontoinhaber von Zeit zu Zeit darauf angewiesen ist, schnell Liquidität auf das Girokonto zu überweisen, etwa weil Abbuchungen durch das Finanzamt oder Lieferanten anstehen, kann eine Verzögerung von einem oder mehreren Tagen durchaus finanzielle Folgen haben, nicht nur weil Gebühren für die Rückweisung eines Lastschriftauftrages fällig werden, sondern auch weil eventuelle Vertragsstrafen gezahlt werden müssen.

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Gilt die Einlagensicherung auf bei der gewerblichen Nutzung?

Die Anforderungen, die an das Tagesgeld neben einer kontinuierlichen Rendite gestellt werden, stehen zum einen in einer schnellen Verfügbarkeit, sowie zum anderen in einer hohen Sicherheit der Einlagen. Während die tägliche Verfügbarkeit im Prinzip bei allen Tagesgeldkonten prinzipiell gegeben ist, gelten auch für die Sicherheit der Einlagen hohe Standards. Hintergrund ist dabei das in Deutschland und Europa geltende System der Einlagensicherung. In Deutschland können sich die Kunden dabei sogar auf ein doppeltes System der Einlagensicherung verlassen. Dabei greift zunächst die staatliche Einlagensicherung, die garantiert Beträge von bis zu 100.000 Euro sichert. Für Beträge, die darüber hinausgehen, kommt zudem eine freiwillige Einlagensicherung auf. Wie der Name schon sagt, handelt es sich bei der zweiten Sicherung um eine freiwillige Maßnahme, an der sich die meisten, aber nicht alle Institute beteiligen. Insbesondere Unternehmen, bei denen der Einlagenbetrag auf dem Tagesgeldkonto über die Summe von 100.000 Euro hinausgeht, stellt die Beteiligung an einem freiwilligen Einlagensicherungsfonds ein wichtiges Kriterium dar. Grundsätzlich sollten sich die Verantwortlichen in den Unternehmen auch darüber informieren, bis zu welchem Betrag die Einlagensicherung des jeweiligen Instituts greift.

Fazit: Tagesgeld für Firmen lohnt sich

Genau wie Privatpersonen stellt auch für gewerbliche Kunden ein Tagesgeldkonto eine gute Möglichkeit dar, Guthaben, welches kurzfristig als finanzielle Reserve zur Verfügung stehen soll, aufzubewahren, ohne dass auf eine Verzinsung verzichtet werden muss. Da die Zeiten, in denen Zinsen auf Einlagen auf dem Girokonto gezahlt wurden, schon länger der Vergangenheit angehören, kommt hierfür ausschließlich ein Tagesgeldkonto infrage. Auch wenn das Angebot an verfügbaren Produkten für die gewerbliche Nutzung deutlich kleiner als im Privatkundenbereich ist, lohnt es sich durchaus, die wenigen verfügbaren Angebote gründlich zu vergleichen. Neben der Frage, für welche Unternehmensform das Konto überhaupt konzipiert ist, stellt vor allem der Zinssatz das zentrale Auswahlkriterium dar. In Bezug auf die Sicherheit der Einlagen können sich die Firmenkunden zumindest bis zum Betrag von 100.000 Euro auf die gleichen hohen Standards verlassen, wie Privatkunden.

Abschließend wollen wir noch auf einige Angebote für Tagesgeldeinlagen eingehen, die derzeit für die gewerbliche Nutzung zur Verfügung stehen. Das beste Angebot ist dabei derzeit bei der DenizBank zu finden. Diese bietet unbefristet sowohl für Neukunden als auch für Bestandskungen einen Zinssatz von 0,6 Prozent für Einlagen auf dem Tagesgeldkonto. Dabei ist die Auszahlung der Zinsen nicht auf einen bestimmten Höchstbetrag beschränkt. Ebenfalls für die gewebliche Nutzung wird das Business Konto der VW Bank, mit einem Zinssatz von 0,1 Prozent, allerdings bei monatlicher Gutschrift der Zinsen. Laut Angaben des Unternehmens gilt das Angebot zunächst für Beträge bis zu einer Millionen Euro. Speziell für Freiberuflicher wird dagegen das DKB Business der Deutschen Kreditbank angeboten. Für Beträge von bis zu 300.000 Euro können dabei Zinsen von 0,5 Prozent kassiert werden. Bei Beträgen für bis zu 10 Millionen gilt ein Zinssatz von 0,2 Prozent. Alle hier vorgestellten Angebot sind gebührenfrei.