MetaTrader 4 Vorteile & Nachteile: Besser als der MT5?

von A.Schwankowksi 2017

Der MetaTrader 4 gilt bereits seit seiner Veröffentlichung im Jahre 2005 als die beliebteste Handelsplattform der Trader schlechthin – und das nicht ohne Grund: Der MetaTrader 4 kann durch einige, nicht unbedeutende Vorteile überzeugen, die einen erfolgreicheren Handel versprechen. Trotzdem birgt auch die beliebte Handelsplattform einige Nachteile – ebenso wie ihr Nachfolger, der MetaTrader 5. Kann sich der MetaTrader 4 nach wie vor gegen den MetaTrader 5 durchsetzen oder ist die Zeit des MT4 endgültig abgelaufen? Hier finden Sie alle MetaTrader 4 Vorteile & Nachteile im Überblick.

MetaTrader 4 Vorteile & Nachteile auf einen Blick

  • Der MetaTrader 4 wird von nahezu jedem Online Broker kostenlos angeboten
  • Viele zusätzliche Indikatoren und Expert Advisors können der Plattform hinzugefügt werden
  • Der MetaTrader 4 ist bereits nach dem Download optimal voreingestellt
  • Beim Backtesting werden die Schwächen des MT4 deutlich
  • Trader sind auf die MQL-Programmierung beschränkt

MetaTrader 4 Vorteile unter der Lupe

Der MetaTrader 4 erfreut sich großer Beliebtheit, seitdem er im Jahre 2005 von Metaquotes herausgegeben wurde. Die Gründe dafür sind vielfältig: Die bekannte Plattform weiß durch eine professionelle Benutzeroberfläche zu überzeugen – ebenso wie durch eine große Auswahl an verfügbaren Indikatoren und Expert Advisors, die den Handel erleichtern. Darüber hinaus geht der MetaTrader 4 jedoch noch mit einer Vielzahl an weiteren Vorteilen einher, wie unser Test gezeigt hat.

  1. Hohe Verbreitung

Nahezu jeder Online Broker stellt seinen Kunden den MetaTrader 4 in verschiedensten Variationen kostenlos zur Verfügung. Hat man demnach erst einmal den Handel im MetaTrader 4 kennengelernt, muss man sich kaum noch umstellen, da man bei nahezu jedem Anbieter dem Handel über den MetaTrader 4 nachgehen kann. Bei besonders kundenfreundlichen Anbietern findet man den MetaTrader 4 darüber hinaus nicht nur als Download-Plattform, sondern auch als WebTrader und als Mobile Trading App vor.

  1. Große Auswahl an Tools

Auch die große Auswahl an Indikatoren und Expert Advisors gehört zu den Vorteilen des MetaTrader 4: Nicht nur die bereits vorhandenen Tools und Funktionen sind ausreichend, um einen erfolgreichen Handel zu ermöglichen – im World Wide Web sind darüber hinaus auch zahlreiche andere kommerzielle Produkte zu finden, die man käuflich erwerben und mit denen man den MetaTrader 4 um sinnvolle Funktionen erweitern kann. Der Markt ist für den MetaTrader 4 deshalb besonders groß, da nahezu jeder Broker die beliebte Plattform anbietet und da nahezu jeder Trader über die bekannte Software handelt.

  1. Kostenlose Verfügbarkeit

Ein weiterer Grund, der für den MetaTrader 4 als Handelsplattform spricht, ist die Tatsache, dass man die Plattform grundsätzlich immer kostenfrei nutzen kann. Auch eine Mindesteinlage in bestimmter Höhe wird in der Regel nicht vorausgesetzt – beim MetaTrader 5 ist dies bislang grundsätzlich schon der Fall. Auch die App und der WebTrader können dabei kostenfrei genutzt werden.

  1. Die Plattform ist „ready to use“

Um über den MetaTrader 4 handeln zu können, muss man die Plattform zunächst einmal herunterladen und installieren – bei vielen anderen Plattformen ist es daraufhin auch nötig, die Benutzeroberfläche mühsam zu individualisieren und an die eigenen Bedürfnisse anzupassen – nur, um dann festzustellen, dass doch noch irgendetwas nicht passt. Der MetaTrader 4 ist hingegen nach der Installation und dem Login bereits optimal vorkonfiguriert, sodass der Händler direkt mit dem Trading starten kann. Selbstverständlich kann man die Plattform daraufhin trotzdem an die eigenen Bedürfnisse anpassen und die Benutzeroberfläche erweitern – grundsätzlich kann man hierfür jedoch auch die voreingestellte Plattform nutzen.

  1. Verfügbar in verschiedenen Variationen

Ein letzter und sehr bemerkenswerter Vorteil des MetaTrader 4 ist die Tatsache, dass die Plattform in vielen verschiedenen Variationen erhältlich ist: Nicht nur als Download-Plattform, sondern auch als WebTrader und über Mobile Trading Apps für Smartphones und Tablets kann man den MetaTrader 4 für einen erfolgreichen Handel nutzen. Auf diese Weise erfüllt die beliebte Plattform sämtliche Bedürfnisse der Trader, indem sie es ihnen ermöglicht, nicht nur am heimischen PC, sondern auch unterwegs vom nächstbesten Browser aus oder per Smartphone und Tablet über die benutzerfreundliche App zu handeln.

MetaTrader 4 Vorteile & Nachteile

Der MetaTrader 4 ist für verschiedene Betriebssysteme verfügbar

Der MetaTrader 4 hat auch Nachteile

Auch der beliebte MetaTrader 4 ist leider nicht unfehlbar – so bringt auch diese Plattform einige erhebliche Nachteile mit, welche die Händler unbedingt kennen sollten.

  1. Kein zuverlässiges Backtesting möglich

Das Backtesting von Handelsstrategien gehört nicht zu den Stärken des MetaTrader 4 – immerhin bringt die Plattform von Haus aus keine zuverlässige Datenquelle dafür mit. Möchte man deshalb vollautomatisierte Handelssysteme von höchster Qualität testen, muss man auf die Software externer Entwickler ausweichen. Hiermit dürfte es jedoch kein Problem sein, das Backtesting mit hoher Zuverlässigkeit durchzuführen.

  1. Neuzeichnen von Indikatoren ist möglich

Ein weiterer großer Nachteil des MetaTrader 4 ist die Tatsache, dass sich Indikatoren nachzeichnen können – und dies kann wiederum mit erheblichen Verlusten für den Trader einhergehen. Beim Nachzeichnen verändern sich die Indikatoren insofern, als dass sie im Nachhinein überhaupt kein Einstiegssignal gegeben hätten – im Live-Kurs war hingegen durchaus ein Einstiegssignal vorhanden.

  1. Trader sind auf MQL beschränkt

Der dritte Nachteil fällt indes vergleichsweise gering aus – immerhin macht der MetaTrader 4 den Löwenanteil des Marktes an Handelsplattformen aus. Trotzdem kann es für die Trader von Nachteil sein, dass Änderungen an Tradingsystemen nur dann möglich sind, wenn die User die Programmiersprache MQL beherrschen, die für die MetaTrader-Plattformen entwickelt wurde. Da jedoch ohnehin der MetaTrader 4 und 5 den Markt dominieren, hat man als User gute Karten, wenn man MQL beherrscht.

Der MetaTrader 4 im Demokonto

Kunden können den MetaTrader 4 im Demokonto testen

MT4 vs. MT5: Unterschiede im Detail

Unser Test hat gezeigt, dass die MetaTrader 4 Vorteile & Nachteile vielfältig sind – grundsätzlich überzeugt der MetaTrader 4 jedoch in erster Linie durch seine Vorteile. Wie schneidet die über 10 Jahre alte Plattform jedoch im Vergleich zu ihrem Nachfolger, dem MetaTrader 5, ab? Dieser Frage sind wir hier auf den Grund gegangen.

Auf den ersten Blick erscheinen MetaTrader 4 und 5 sehr ähnlich, da sie sich von ihrem Fensteraufbau, Layout und Design nicht unterscheiden. Wirft man jedoch einen Blick hinter die Kulissen, wird man schnell merken, dass die Unterschiede zwischen MT4 und MT5 in Bezug auf Programmiersprache und Softwarearchitektur sehr entscheidend ausfallen. So arbeitet der MetaTrader 4 beispielsweise mit der Programmiersprache MQL4, während für den MetaTrader 5 MQL5 verwendet wurde, was der Programmiersprache C++ ähnelt. Hierdurch können Orders beim MetaTrader 5 zwei bis fünf Mal schneller ausgeführt werden – die bestehenden über Zehntausend Expert Advisors, Indikatoren und Scripts, die bereits für den MetaTrader 4 erschienen sind, können unter dem MetaTrader 5 allerdings nicht genutzt werden. Allerdings werden von MetaQuotes inzwischen eigene Expert Advisors, Indikatoren, Scripts und Add-Ons für den MT5 zur Verfügung gestellt.

Eine weitere Neuerung des MetaTrader 5 sind Orderzusätze wie „Sell-Stop-Limit“ und „Buy-Stop-Limit“. Diese Limitorders werden aktiv, sobald der Kurs einen bestimmten Punkt erreicht. Die Take-Profit- und Stop-Loss-Orders können im MetaTrader 5 einfach angeklickt und verschoben werden und auch Pending-Orders können direkt geändert werden.

Die Auswahl an Tools und Indikatoren wurde beim MetaTrader 5 erweitert, sodass jetzt auch Zykluslinien, Elliott-Wellen und Andrew’s Pitchforks auf den Chart angewendet werden können. Auch eine größere Auswahl an Timelines steht den Tradern mit dem MetaTrader 5 zur Verfügung.

Ein maßgeblicher Unterschied, der wohl dazu beiträgt, dass sich der MetaTrader 5 trotz all seiner Verbesserungen bislang noch nicht gegen seinen Vorgänger durchsetzen konnte, ist die Tatsache, dass im MetaTrader 5 alle offenen Positionen zusammengefasst werden. Auf diese Weise sind zwar Gewinne, Verluste und verfügbares Kapital auf einen Blick sichtbar – allerdings ist es den Kunden damit auch nicht mehr möglich, gleichzeitig Long- und Short-Positionen in einem Basiswert zu halten und damit dem Hedging nachzugehen.

Darüber hinaus hält der MetaTrader 5 eine weitere große Änderung bereit: Während man über den MetaTrader 4 ausschließlich Forex und CFDs handeln konnte, kann man über den MetaTrader 5 auch dem Handel von Aktien, Optionen und Futures nachgehen. Für den Forex-Handel über ECN-Broker können sich die Kunden darüber hinaus eine Markttiefenanzeige „Level 2“ zunutze machen.

Die Trader Workstation im Überblick

Auch die Trader Workstation kann durch eine Vielzahl an Tools überzeugen

MetaTrader vs. Ninja Trader vs. Trader Workstation

Neben dem MetaTrader 4 gehören auch der Ninja Trader und die Trader Workstation zu den bekanntesten und beliebtesten Handelsplattformen. Ein entscheidender Vorteil des MetaTrader 4 ist dabei seine hervorragende Verfügbarkeit, mit welcher der Ninja Trader und die Trader Workstation nicht überzeugen können: Der Ninja Trader wird bislang nur von sehr wenigen Brokern angeboten (darunter beispielsweise FXCM) und auch die Trader Workstation ist ausschließlich bei Brokern zu finden, die zur Interactive Brokers Ltd. gehören.

Obwohl jede dieser Plattformen durch eigene Vor- und Nachteile überzeugen kann, überzeugt der MetaTrader im Vergleich auf jeden Fall durch die vielfältigen Möglichkeiten, die Personen mit entsprechenden Programmierkenntnissen zur Verfügung stehen. Kaum eine andere Plattform kann durch eine so einfach zu erlernende und umfangreiche Programmiersprache überzeugen wie der MetaTrader, weshalb dieser für Händler, die gern selbst „Hand anlegen“ möchten, stets die beste Wahl ist.

Abgesehen davon sind die Unterschiede zwischen den verschiedenen Plattformen eher überschaubar und in erster Linie eine Frage der persönlichen Vorlieben. So kann der Ninja Trader in erster Linie durch seine drei verfügbaren hilfreichen Tools überzeugen: Der Strategy Builder erleichtert den Aufbau und den Test einer eigenen Handelsstrategie – und das ohne Kenntnisse der Programmiersprache. Den Market Analyzer können die User indes als hilfreiches Tool zur ständigen Marktanalyse nutzen, während Market Replay das Backtesting von Strategien durch ein einfaches Zurückspulen des Kursverlaufes erleichtert.

Auch die Trader Workstation kann dabei durch einige Vorteile überzeugen. Dabei teilen sich die Funktionen und Tools der Plattform in folgende Bereiche auf:

  • Handels-Tools
  • Risiko-Management
  • Research
  • Marktdaten
  • Paper Trading

Bei der Trader Workstation handelt es sich dabei um eine Plattform, die von Interactive Brokers entwickelt wurde und die es dabei Händlern, Anlegern und institutionellen Kunden, diverse Basiswerte an über 100 Märkten in der ganzen Welt zu handeln. Dabei punktet die Trader Workstation selbstverständlich durch einige Tools und Vorteile, von denen die Trader profitieren können. Dazu gehört neben einem umfangreichen Spektrum an Nachrichten und Fundamentalanalysen auch ein Echtzeit-Margin-System, das den Kunden bei einer Margin-Unterdeckung sofort benachrichtigt. Auch aufgabenspezifische Trading-Tools, zu denen beispielsweise der Akkumulieren/Verteilen-Algorithmus, der FXTrader, ScaleTrader, SpreadTrader und OptionTrader gehören, sind ein Teil der Tools, die den Kunden mit der Trader Workstation zur Verfügung stehen.

Der Ninja Trader bei FXCM

Kunden können bei FXCM über den Ninja Trader handeln

Wie finde ich die richtige Handelsplattform?

Wir konnten festhalten, dass die MetaTrader Vorteile & Nachteile umfangreich ausfallen, dass jedoch gerade Trader, die ihre eigenen Programmierungen vornehmen möchten, auf jeden Fall vom MetaTrader 4 oder von MetaTrader 5 profitieren können. Doch wie findet man auf jeden Fall die richtige Handelsplattform, wenn man sich noch unschlüssig ist? Hierfür gibt es verschiedene Möglichkeiten.

Empfehlungen können Gold wert sein

Eine gute Idee ist es stets, Online-Foren nach Empfehlungen zu durchstöbern und vielleicht selbst einen Thread zu eröffnen, in welchem man die eigenen Anforderungen beschreibt und sich dabei erkundigt, welche Handelsplattform hierfür geeignet sein könnte. Mithilfe der dabei gewonnen Empfehlungen kann man sich die Suche nach der besten Handelsplattform auf jeden Fall erleichtern.

Auf ein Demokonto sollte man auf keinen Fall verzichten

Wichtiger als alles andere ist auf der Suche nach der besten Handelsplattform auf jeden Fall ein Demokonto. Im Idealfall kann man hier zu realistischen oder zumindest zu realitätsnahen Kursen dem Handel nachgehen und dabei eigene Erfahrungen mit der infrage kommenden Handelsplattform sammeln. Hier kann man daraufhin auch bislang unbekannte Funktionen testen und sich unter Umständen auch mit der Schnelligkeit der Orderausführung vertraut machen, die gerade für kurzfristig orientierte Trader von größter Bedeutung sein kann.

Eigene Anforderungen müssen festgelegt werden

Um die beste Handelsplattform finden zu können, muss der Trader zunächst einmal genau festlegen, wonach er überhaupt sucht. Während manche Händler in erster Linie auf eine große Auswahl an verfügbaren Indikatoren und Tools angewiesen sind, legen andere Trader Wert auf eine möglichst simple Programmiersprache um die Plattform den eigenen Bedürfnissen optimal anzupassen. Auch die Benutzerfreundlichkeit und die Optik können entscheidende Kriterien für die perfekte Handelsplattform sein.

 
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