Lombardkredite für den Börsenhandel

von A.Schwankowksi 2017

Für den Aktienhandel sollte man als Trader natürlich ein entsprechendes Kapital mitbringen, sodass man auch aktiv am Handel teilnehmen kann. Insbesondere gilt dies für Anfänger, die von Finanzierungsmöglichkeiten zunächst Abstand halten sollten. Erfahrene Trader setzen aber gerne auf Lombardkredite, um damit das Trading über einen gewissen Zeitraum zu finanzieren. Dies birgt allerdings auch das Risiko, dass neben dem eingesetzten eigenen Kapital auch das geliehene Geld aus dem Lombardkredit verloren geht – eine Verschuldung kann dann eine mögliche Konsequenz sein. In Deutschland sind Lombardkredite relativ weit verbreitet, in den USA hat der Aktienhandel auf Kredit aber noch ganz andere Dimensionen und ist dort beinahe als Standard zu betrachten.

Welche Möglichkeiten und Vorteile Ihnen ein Lombardkredit bieten kann und in welchen Situationen der Einsatz einer solchen Finanzierung sinnvoll ist, erfahren Sie im nachfolgenden Ratgeber. Der Lombardkredit wird Ihnen dabei auch allgemein vorgestellt, sodass Sie einen umfangreichen Einblick darüber erhalten, wie sich der Handel mit Aktien im Grundlegenden finanzieren lässt. Aber auch die Risiken und Gefahren beim Aktienhandel über Lombardkredite werden hierbei behandelt, sodass Sie anschließend selber entscheiden können, ob diese Option für Sie überhaupt in Frage kommt oder ob Sie lieber vollständig auf eigenes Kapital setzen, um dieses in den Aktienhandel zu investieren.

Was sind Lombardkredite und wofür nutzt man sie?

Bei einem Lombardkredit handelt es sich um einen kurzfristigen (maximal mittelfristigen) Kredit, der gegen das Stellen einer Kreditsicherheit gewährt wird. Anwendung findet der Lombardkredit beispielsweise beim Aktienhandel, wobei als Sicherheit für den Kredit dann die erworbenen Wertpapiere genutzt werden können. Im Vergleich: Auch das Verpfänden von Gegenständen in einem Pfandleihaus ist rein rechtlich gesehen ein Lombardkredit, sodass man diesen auch im Alltag finden und in Anspruch nehmen kann. Beim Handel an der Börse wird ein Lombardkredit relativ häufig genutzt, da auf diese Weise direkt eine Sicherheit für den Kredit vorgelegt werden kann.

Seinen Ursprung hat der Lombardkredit bereits im Mittelalter, gegen ein Pfand wurden damals Adeligen und Großgrundbesitzern Kredite überlassen. Insbesondere die Handelshäuser in Norditalien konnten auf diese Weise hohe Gewinne erzielen und sich etablieren. In Deutschland wurde der Begriff Lombardkredit zum ersten Mal im Jahr 1717 genutzt, sodass sich zeigt, dass diese Kreditform mit den Jahren in ganz Europa und der gesamten Welt Anwendung gefunden hat. Bis zur heutigen Zeit hat sich daran nichts geändert, sodass auch Sie als Trader von einem Lombardkredit beim Börsenhandel profitieren können. Die Laufzeit eines Lombardkredits beträgt im Normalfall bis zu zwei Jahre und wird am Tag der Fälligkeit in einer Summe zurückgezahlt.

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Vorteile eines Lombardkredites auf einen Blick

Der größte Vorteil an einem Lombardkredit ist darin zu finden, dass Sie als Kreditnehmer dennoch Eigentümer der Kreditsicherheit bleiben. Das bedeutet, dass die durch Sie vom Kredit erworbenen Aktien und Wertpapiere weiterhin Ihr Eigentum bleiben und Sie diese dann verkaufen können, wann es der Kurs erlaubt – eine Vorgabe durch die Bank oder das Kreditinstitut gibt es dabei nicht, da die Bank kein Eigner der Kreditsicherheit wird. Zudem erhalten Sie sehr schnell notwendiges Kapital durch einen Lombardkredit und können zudem die anfallenden Kosten sehr einfach kalkulieren. Beim Aktienhandel bietet dies eine grundlegende Sicherheit.

In der heutigen Zeit können Sie einen Lombardkredit zudem sehr einfach zurückzahlen. Neben der Rückzahlung in einer Summe am Fälligkeitstag ist es inzwischen auch möglich, einen Lombardkredit in Raten zu begleichen. Ein weiterer Vorteil ist es, dass Ihnen der gesamte Betrag des Darlehens jederzeit zur Verfügung steht. Die Sicherheit in Form von Aktien kann durch Sie zudem jederzeit verkauft werden, sodass eine Rückzahlung des Kredits möglich ist. Neben den Zinsen brauchen Sie dabei keine weiteren Kosten fürchten und können daher bei einem lukrativen Verkauf der Wertpapiere einen Gewinn erzielen, wodurch sich die Inanspruchnahme des Lombardkredits ganz schnell lohnen kann.

Risiken beim Handel mit Aktien durch einen Lombardkredit

Wenn es einen finanziellen Engpass gibt, können Sie einen Lombardkredit zur Überbrückung verwenden. Aber auch ohne finanzielle Probleme kann ein solcher Kredit genutzt werden, um größere Investitionen tätigen zu können. In nicht wenigen Fällen ist ein Lombardkredit deutlich kostengünstiger als andere Kreditformen, zudem können Sie einen solchen schnell beantragen. Dadurch, dass Sie die gekauften Wertpapiere als Sicherheit vorweisen können, kommt es häufig auch nicht zu einem Schufa Eintrag. Weiterhin können Sie sich durch einen Lombardkredit oftmals einen Teil der Abgeltungssteuer sparen. Insgesamt können Sie mit einem solchen Kredit auf jeden Fall auch hohe Gewinne erzielen.

Allerdings bringt der Aktienkauf auf Kredit auch Risiken mit sich, die Sie natürlich berücksichtigen sollten. Die Wertpapiere sind zwar als Kreditsicherheit vorhanden, aber diese können auch an Wert verlieren, wenn der Kurs nach unten abrutscht. Auch durch den möglichen Hebel sind nicht nur Gewinne möglich, gleichermaßen steigt auch das Risiko auf Verluste an. Alleine aus diesem Grund sind Lombardkredite für Anfänger beim Aktienhandel eher weniger gut geeignet. Sie bieten zwar ein Potential, bergen aber auch Risiken – Nutzen und Risiko sollten Sie daher im Vorfeld gut gegeneinander abwiegen und sich genau über die Kreditbedingungen informieren.

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So einfach können Sie als Trader einen Lombardkredit beantragen

Im Normalfall ist es nicht schwierig, einen Lombardkredit zu beantragen – und auch zu erhalten. Dafür können Sie einfach bei Ihrer Bank oder Ihrem Broker nachfragen. Nicht alle Broker ermöglichen allerdings Lombardkredite. Die Vorauswahl sollte daher genau vorgenommen werden, sofern Sie von dieser Option Gebrauch machen möchten. Durch den Wertpapiererwerb haben Sie die notwendige Sicherheit in aller Regel schon vorliegen und können aus diesem Grund damit rechnen, dass Ihnen der gewünschte Kredit schnell ausgezahlt wird. Hierbei können sich die Konditionen für den Kredit stark unterscheiden und Sie sollten auf jeden Fall wert darauf legen, einen möglichst geringen Zinssatz zu erhalten. So können Sie die anfallenden Kosten für den Kredit gering halten.

Den meisten Brokern reichen die Wertpapiere als Sicherheit bereits aus und es erfolgt keine Schufaabfrage. Allerdings kann es auch hierbei Differenzen geben, sodass Sie die Kreditbedingungen genauestens studieren sollten. Einzelne Anbieter verlangen von Ihnen zusätzlich noch weitere Sicherheiten – im Normalfall ist dies aber nicht erforderlich, sodass Sie derartige Angebote an sich außer Acht lassen können. Wie in vielen Bereichen kann sich ein Vergleich einzelner Broker auf jeden Fall lohnen – dies bezieht sich nicht nur auf die Handelskonditionen, auch auf die möglichen Bedingungen für die Nutzung von Lombardkrediten.

Zinsen und Gebühren für Lombardkredite

Möchten Sie einen Lombardkredit aufnehmen um damit aktiv am Handel mit Aktien teilzunehmen, sollten Sie sich auch mit dem Thema Zinsen befassen. Denn für einen Lombardkredit werden ebenfalls Zinsen fällig, die unterschiedlich hoch ausfallen können. Für den genutzten Betrag des Kredits zahlen Sie im Regelfall einen Zinssatz – somit gibt es hier kaum Unterschiede zu einem klassischen Dispokredit. Eine Abrechnung der Zinsen erfolgt entweder monatlich oder auch einmal im Quartal, die einzelnen Broker haben hier unterschiedliche Bestimmungen. Diese können Sie normalerweise auf den Webseiten der Anbieter betrachten.

Viele Lombardkredite haben keinen direkten Tilgungsplan, bei dem Sie monatlich in der Pflicht stehen, einen bestimmten Betrag zurückzuzahlen. Solange Sie den Kredit benötigen, können Sie diesen auch nutzen. Allerdings werden dann auch die entsprechenden Zinsen über einen längeren Zeitraum fällig. Diese Gebühren sollten Sie auf jeden Fall einkalkulieren und berücksichtigen, damit am Ende keine böse Überraschung auf Sie wartet. Ganz allgemein sollten Sie auf einen möglichst niedrigen Zinssatz setzen und dabei auch anderweitige Kosten in jedem Fall mit einbeziehen. An sich fallen außer den Zinsen aber keinerlei Gebühren an, sodass der Lombardkredit sehr transparent ist. Dies kommt vielen Tradern beim Handel an der Börse zugute.

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Vorteile und Risiken des Lombardkredits auf einen Blick

Wer sich als Trader für einen Lombardkredit entscheidet, um damit den Aktienhandel finanzieren zu können, sollte die Nachteile und Vorteile kennen. Nachteilig ist es natürlich, dass Sie einem Risiko unterlegen sind, das kalkuliert werden muss. Fällt der Wert der Wertpapiere, können Sie mitunter Schulden machen und in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Ansonsten aber bietet ein Lombardkredit viel Flexibilität und die Möglichkeit, finanzielle Engpässe zu überbrücken oder mit erhöhtem Kapital in den Aktienhandel zu investieren. Zudem ist ein solcher Kredit meist einfach zu erhalten, sodass Sie schnell und unkompliziert mit einem Lombardkredit in Aktien investieren können.

Online Broker mit optimalen Handelsbedingungen

Im Folgenden finden Sie drei Online Broker, bei denen Sie einfach und komfortabel am Handel mit Aktien teilnehmen können und dabei viele Möglichkeiten in Anspruch nehmen können. Die einzelnen Broker ermöglichen es Ihnen dabei zum Teil auch, einen Lombardkredit in Anspruch zu nehmen. Beim Anbieter flatex ist dies zum Beispiel der Fall und Sie finden hier eine umfangreiche Sammlung an häufigen Fragen rund um dieses Thema. Der Broker zeigt sich insofern sehr transparent und bietet Ihnen flexible Handelsmöglichkeiten.

Bei der Postbank können Sie neben dem Brokerage online auch von einem starken Filialnetz profitieren und direkt vor Ort bei Problemen Hilfe bekommen. Zudem haben Sie für das Trading vielseitige Möglichkeiten und können somit auch als Anfänger zuverlässig und erfolgsorientiert am Handel mit Aktien teilnehmen. Der Broker wurde zudem mehrfach ausgezeichnet. Beim Broker der Sparkassen – dem S Broker – können Sie ebenso von vielen Optionen profitieren und zielgerichtet in den Aktienhandel investieren. Rund um die Uhr können Sie bei diesem Anbieter Ihre Orders aufgeben und an allen inländischen Börsen am Handel teilnehmen. Für den Aktienhandel bietet dies ein hohes Maß an Flexibilität und zudem auch sehr viel Komfort. Auch Anfänger sind hier gut aufgehoben.