Festgeld mit langer Laufzeit – Was sind die Vor- und Nachteile?

von A.Schwankowksi 2017

Grundsätzlich lassen sich die Festgeldanlagen für die Sparer als äußerst angenehm bezeichnen. Allerdings kann für die eigene Rendite ganz wesentlich entscheidend sein, ob es sich um eine kurzfristige oder langfristige Festgeldanlage handelt. Die Unterschiede zwischen derartigen Angeboten sind in der Branche enorm und sollte daher unbedingt einmal ins Auge gefasst werden. Welche Punkte für ein Festgeld mit langer Laufzeit sprechen und welche dagegen, haben wir uns nachfolgend einmal angesehen. Darüber hinaus werfen wir auch einen Blick darauf, wie das beste Angebot aus der breiten Masse an Festgeldangeboten herausgefiltert werden kann.

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Vorteile beim Festgeld mit langer Laufzeit

Wer die Summe der Festgeldanlage für einen längeren Zeitraum entbehren kann, kann sich in der Regel durchaus über ein paar angenehme Vorteile während der Anlage freuen. Ganz entscheidend sind hierbei natürlich die Zinssätze. Die sind bei Festgeldern mit einer längeren Laufzeit normalerweise deutlich höher, so dass am Ende ganz unterschiedliche Renditen entstehen können. Während kurzfristige Anlagen von zum Beispiel einem Jahr in der Regel bei einem Zinssatz von 1,50 Prozent p.a. angesetzt werden, können bei Laufzeiten von fünf oder mehr Jahren häufig Zinssätze von bis zu 2,00 Prozent p.a. in Anspruch genommen werden. Das zahlt sich am Ende der Laufzeit natürlich aus. Ganz besonders effektiv wird eine langfristige Anlage dann, wenn eine jährliche Verzinsung durch die Bank geboten wird. Das bedeutet, dass die Sparer von einem Zinseszins-Effekt profitieren, welcher wiederum die Rendite deutlich erhöht.

Ein weiterer Vorteil beim Festgeld mit langer Laufzeit ist die entspannte Bedienung und Kontrolle der Anlage. Ist diese einmal platziert worden, müssen sich die Anleger in der Regel um keine weiteren Schritte mehr kümmern. Nach der Überweisung der Anlagesumme läuft der Anlagezeitraum ganz automatisch, Transaktionen sind dann ohnehin nichtmehr möglich. Insgesamt kann es kaum eine bequemere Geldanlage geben, denn über den gesamten Anlagezeitraum dürften die Anleger dann eigentlich nichts mehr von ihrer Anlage „hören“. Am Ende der Anlagelaufzeit werden stattdessen einfach die Zinsen einkassiert und möglicherweise eine neue Festgeldanlage abgeschlossen.

Festgelder mit langer Laufzeit: Nachteile im Überblick

Festgeldanlagen mit langer Laufzeit sind aber gewiss nicht für jeden Sparer geeignet. Gerade diejenigen, die ihre Gelder nicht allzu lange entbehren können, sollten bei Festgeldanlagen immer zweimal überlegen. Die Anlagesumme ist für einen beträchtlichen Zeitraum angelegt und kann während dieser Laufzeit in der Regel nicht genutzt werden. Das bedeutet zum Beispiel, dass eine Anlagesumme von 10.000 Euro über die gesamte Laufzeit unverändert bleibt. Wird dieser Betrag also über fünf Jahre angelegt, sind die 10.000 Euro auch tatsächlich für fünf Jahre erst einmal unantastbar. Darüber hinaus sind die Anleger natürlich auch ein wenig in der Abhängigkeit des Marktes gefangen. Ein Zinssatz, der aktuell noch lukrativ erscheinen kann, könnte in zwei Jahren zum Beispiel nur noch zum unteren Rand des Marktes gehören. Bei Festgeldanlagen ist der Zinssatz allerdings unveränderlich, so dass in dem Fall die Anlage dann zu einem schwächeren Zinssatz gehalten werden muss. Andererseits kann das aber wiederum auch Vorteile bedeuten, wenn die Marktentwicklung einen negativen Verlauf einschlägt und die Zinsen in der Zukunft sinken.

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Kombination der Anlagelaufzeiten möglicherweise die richtige Wahl

Wer die finanziellen Möglichkeiten für mehrere Festgeldanlagen besitzt, der kann selbstverständlich auch kurze und langfristige Anlagen kombinieren. In der Regel sind mehrere Anlagen im Portfolio bei den Banken problemlos möglich, so dass häufig bis zu 30 Anlagen gleichzeitig gehalten werden können. Das bringt durchaus eine gewisse Flexibilität in das Portfolio, da zwar Gelder angelegt werden, aber in regelmäßigen Abständen trotzdem Einlagen zur Verfügung stehen. Da die Banken in ihren Laufzeiten mittlerweile enorm flexibel sind, sind derartige Misch-Anlagen in der Praxis überhaupt kein Problem.

In vielen Fällen werden für Festgelder Laufzeiten von nur wenigen Monaten angeboten, die dann zum Beispiel mit langfristigen Anlagen über mehrere Jahre kombiniert werden können. Insgesamt können die Sparer diese Methode also durchaus effektiv für sich nutzen, um auch ein Stück weit Unabhängigkeit in das eigene Portfolio zu bringen. Selbstverständlich kommt es dabei aber auch immer auf die Qualität der Anlage an, die dementsprechend genauestens unter die Lupe genommen werden sollte. Wie genau das funktioniert, wollen wir uns im Folgenden genauer ansehen.

Wie finde ich das beste Festgeld mit langer Laufzeit?

Um überhaupt das beste Festgeld mit langer Laufzeit für sich zu entdecken, müssen die unterschiedlichen Angebote selbstverständlich miteinander verglichen werden. Mindestens genau so wichtig ist hierbei aber bereits im Vorfeld eine genaue Überprüfung der einzelnen Festgeldangebote. Hierbei spielen mehrere Kriterien eine Rolle, die vor der Platzierung der Anlage daher gründlich unter die Lupe genommen werden sollten. In erster Linie handelt es sich hierbei natürlich um die Einlagensicherung, die bei jeder Festgeldanlage gegeben sein sollte. Im Normalfall unterliegen die Banken in der EU der gesetzlichen Einlagensicherung, mit der die Kundenanlagen bis zu einer Summe von 100.000 Euro automatisch geschützt sind. Darüber hinaus nutzen viele deutsche Banken die Chance zur zusätzlichen Absicherung, in dem sie Mitglied des Einlagensicherungsfonds sind. Können derartige Absicherung der Einlagen nicht geboten werden, sollte das Festgeld bei der jeweiligen Bank in keinem Fall angelegt werden.

Was sagen Zinssatz und Konditionen?

Von ganz besonders großer Bedeutung ist natürlich der geltende Zinssatz. Dieser legt schließlich fest, wie rentabel ein Angebot letztendlich wirklich ist. Neben dem Zinssatz sollten aber auch die weiteren Konditionen beachtet werden, zu denen zum Beispiel auch die Vorgaben zur Einlagesumme gehören. Nicht jede Bank nimmt Einlagen in beliebiger Höhe an, so dass Festgelder mit einer Anlagesumme von beispielsweise zehn Millionen Euro auch von Banken abgelehnt werden können. Umgekehrt ist es mit zu geringen Einlagesummen natürlich genau so. Ebenfalls ein Teil der Konditionen ist der Ablauf am Laufzeitende. Hier kommt es auf das „Kleingedruckte“ an, denn nicht immer ist die Anlage am Fälligkeitsdatum auch tatsächlich beendet. Viele Banken erfordern einen Auflösungsauftrag, da die Anlage ansonsten automatisch zu den bestehenden Konditionen wieder aufgenommen wird. Das ist nicht immer im Sinne des Sparers und sollte vor der Platzierung der Anlage daher überprüft werden.

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Guter Kundenservice wird vorausgesetzt

Gerade im Bezug auf die Konditionen und Anforderungen können immer wieder einmal Fragen bei den Sparern auftreten. Nicht immer befindet sich dabei der eigene Wohnort auch in der Nähe der Bank, so dass ein einfaches Beratungsgespräch nicht in Frage kommt. Viele Anlagebanken verfügen ohnehin gar nicht über eigene Filialen, um ihren Kunden durch die „schlankere Infrastruktur“ bessere Konditionen anbieten zu können. In jedem Fall aber sollte dann eine Alternative vorhanden sein, zu der zum Beispiel eine telefonische Hotline, eine E-Mail-Adresse oder ein Live-Chat gehören. Insbesondere der Live-Chat ist enorm kundenfreundlich, da hier innerhalb von wenigen Sekunden auf die Anfragen der Kunden geantwortet wird.

Ebenso unentbehrlich wie ein guter Kundensupport ist die problemlose Kontoführung und Kontrolle über die Anlage. Gerade wenn mehrere Anlagen kombiniert werden, kann im Zweifelsfall schnell einmal die Übersicht verloren gehen. Damit das möglichst nicht passiert, sollten die Banken auf eine einfache Kontoführung achten. In der Regel wird diese durch das Online-Banking gewährleistet, wobei es auch dabei natürlich deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Banken zu verzeichnen gibt. Ein gutes Online-Banking zeichnet sich immer über eine gute Navigation und klare Kennzeichnungen aus, so dass sich möglichst auch die unerfahrensten Sparer innerhalb kürzester Zeit in ihrem „Arbeitsbereich“ zurechtfinden können.

Fazit: Die Vorteile beim langfristigen Festgeld überwiegen

Auch wenn ein Festgeld mit langer Laufzeit nicht für alle Sparer immer nur Positives mit sich bringt, überwiegen bei dieser Anlageform ganz klar die Vorteile. Die Anleger können von deutlich besseren Zinsen profitieren als bei kurzfristigen Anlagen und kommen zudem in den Genuss einer problemlosen Kontoführung. Ist das Geld einmal angelegt, regelt sich der Rest im Prinzip von allein. Lediglich am Ende der Laufzeit ist möglicherweise noch einmal kurz die Aufmerksamkeit gefragt, falls keine automatische Wiederaufnahme der Anlage erfolgen soll. Der wesentliche Nachteil bei diesen langfristigen Anlagen liegt aber natürlich darin, dass tatsächlich während der ganzen Laufzeit nicht über diese Summe verfügt werden kann. Wer diesen Aspekt aber verkraften kann, der sollte immer zu Anlagen mit längerfristigen Laufzeiten greifen.

Festgelder mit langer Laufzeit: 3 Top-Angebote im Check

Um allen Sparern einen kurzen Überblick über die mögliche Rendite bei langfristigen Anlagen zu vermitteln, wollen wir nachfolgend einmal drei Festgelder vorstellen. In allen drei Fällen wird dabei mit einer Einlagesumme von 5.000 Euro und einer Anlagedauer von fünf Jahren gerechnet. Angeboten wird in diesem Fall aktuell zum Beispiel ein starker Zinssatz von 2,15 Prozent p.a., mit dem die Banco BNI Europe auf sich aufmerksam machen kann. Das portugiesische Geldhaus bietet eine Einlagensicherung von bis zu 100.000 Euro und verzichtet zudem auf eine automatische Wiederaufnahme am Laufzeitende.

Ähnlich stark kann sich aber auch das Festgeld der Atlantico Europa präsentieren, bei welchem die Sparer einen Zinssatz von 2,00 Prozent p.a. für sich nutzen können. Genau wie bei der Banco BNI wird auch hier eine gesetzliche Einlagensicherung in Portugal geboten. Besonders interessant: Neukunden können sich über einen zusätzlichen Bonus freuen. Das dritte starke Festgeld wird von der Banca Sistema angeboten. Das italienische Geldinstitut bietet neben der italienischen Einlagensicherung einen Zinssatz von 1,65 Prozent p.a., der gegenüber den meisten deutschen Angeboten klar zu bevorzugen ist.