Einlagensicherung: Was passiert bei einer Bankenpleite?

von A.Schwankowksi 2017

Wenn Sie bei einem Broker aktiv sind und dort in den Handel investieren, geht es nicht selten um höhere Beträge. Bei vielen Brokern sind diese Gelder der Kunden durch eine Regulierung und separat vom Firmenkapital gebotene Kontoführung abgesichert, dennoch kann für Sie auch eine Einlagensicherung mehr als sinnvoll und hilfreich sein. Vor allem bei höheren Beträgen sind Sie somit bestens abgesichert und können davon ausgehen, dass Sie Ihr Kapital auch im Falle einer Insolvenz des Brokers weiterhin in Anspruch nehmen können. Doch nicht alle Broker bieten Ihnen eine Einlagensicherung an, die Ihnen im Falle einer Bankenpleite Schutz bieten würde.

Die Einlagensicherung greift immer dann, wenn der Broker (oder eine beteiligte Bank) in finanzielle Schwierigkeiten gerät. In einem solchen Fall können Sie davon profitieren, dass Sie Ihr Kapital zurückerhalten können beziehungsweise weiterhin darauf zugreifen können. Eine Einlagensicherung ist somit auf jeden Fall von großer Bedeutung und kann dafür Sorge tragen, dass Sie keine finanziellen Einbußen aufgrund eines fehlerhaften Wirtschaftens durch den Broker hinnehmen müssen. Einige Broker bieten einen solchen Komfort allerdings nicht, häufig können Sie dann auch nicht von einer Regulierung profitieren. Zusammen zählen Regulierung und Einlagensicherung wohl zu den wichtigsten Sicherheitsmerkmalen, die bei einem Broker eine Rolle spielen und von Bedeutung sind.

Die europäisch harmonisierte Einlagensicherung im Blick

Die Einlagensicherung wurde im Jahr 1994 europäisch neu geordnet und an gewisse Bedingungen geknüpft. Darüber informiert das Bundesfinanzministerium auf der eigenen Webseite. Die harmonisierte europäische Einlagensicherung wurde dabei in den vergangenen Jahren mehrfach in der Summe erhöht und liegt seit Ende des Jahrs 2010 bei einer Summe von 100.000 Euro je Kunde. Das bedeutet, dass Sie als Trader bis zu einer Summe von 100.000 Euro je Broker-Account entschädigt werden, sofern der Broker dieser Einlagensicherung angeschlossen ist. Im Falle eines Falles können Sie die entsprechende Summe innerhalb von 20 Tagen zurückerhalten. Bis zum Jahr 2024 soll diese Frist auf nur noch sieben Tage gesenkt werden.

In Deutschland profitieren Sie darüber hinaus auch noch von einer gesetzlichen Einlagensicherung, der alle Banken und auch Broker angeschlossen sind. Auch hierüber ist Ihr Kapital bestmöglich und bis zu 100.000 Euro abgesichert. Private sowie öffentliche Banken sind gesetzlichen Einrichtungen zur Entschädigung angeschlossen, Sparkassen und Volksbanken kümmern sich stattdessen eigenständig um einen Schutz der Einlagen von Bankkunden sowie Tradern. Seit Juli 2015 sind auch deren Einlagensicherungen gesetzlich anerkannt, sodass Sie in vollem Umfang von diesen profitieren können, sollte dies einmal für Sie notwendig werden.

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Private Banken und die Einlagensicherung für Sie als Trader in Deutschland

Der Einlagensicherungsfonds der privaten Banken in Deutschland bietet für Sie als Trader ebenfalls viel Schutz. Dieser greift in dem Fall, dass eine private Bank als Broker auftritt und Sie dort als Trader aktiv sind. Angeschlossene Broker zahlen dafür in jedem Jahr eine Umlage, die in den Einlagensicherungsfond einfließt. Tritt dann ein Fall ein, der eine Entschädigung notwendig macht, wird aus dem Fond die Entschädigung durchgeführt – als Trader erhalten Sie also Ihre Einlage erstattet. Die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken GmbH deckt den Schutz Ihres Kapitals ebenfalls bis zu einem Wert von 100.000 Euro ab, sodass Sie bei beteiligten Brokern bestmöglich vor einer Zahlungsunfähigkeit oder Insolvenz geschützt sind.

Darüber hinaus können auch Beträge abgesichert sein, die über die 100.000 Euro hinausgehen. Es gibt hierfür eine Sicherungsgrenze, die 20 Prozent des Eigenkapitals der Bank oder des Brokers betrifft. Als Bank muss das Mindestkapital fünf Millionen Euro betragen, sodass Ihr Kapital also auch im höheren Wert gut abgesichert ist. Die einzelnen Banken und Broker haben hierfür eigene Sicherungsgrenzen festgesetzt, die Sie als Trader und Kunde online abrufen und einsehen können. Im Durchschnitt liegt die Sicherungsgrenze bei Banken und Brokern, die am Einlagensicherungsfond deutscher Banken teilnehmen, bei 190 Millionen Euro.

Was wird durch eine Einlagensicherung geschützt?

Durch eine Einlagensicherung wird die Einlage Ihrerseits in dem Depot oder Handelskonto bei einem dem Einlagensicherungsfond angeschlossenen Broker abgesichert. Dabei handelt es sich um den Betrag, den Sie bei diesem Broker eingezahlt und Ihrem Kundenkonto als Guthaben führen. Aus diesem Grund ist eine Einlagensicherung auch sehr wichtig – immerhin wird dadurch sichergestellt, dass Sie Ihr Kapital bei diesem Broker in jedem Fall in Anspruch nehmen können. Also auch dann, wenn der Broker selber zahlungsunfähig ist oder einen Insolvenzantrag gestellt haben sollte. In diesem Fall greift dann die Entschädigung über den entsprechenden Einlagensicherungsfond.

Sie können bei einem Broker, der eine Einlagensicherung bereithält also sicher sein, dass Ihr Kapital in jedem Fall auch zur Verfügung gestellt wird, wenn Sie dieses in Anspruch nehmen möchten. Insbesondere als Einsteiger in den Handel mit Aktien, CFDs oder auch anderen Handelsinstrumenten sollten Sie daher darauf achten, dass Sie einen seriösen und zuverlässigen Broker auswählen, der Ihnen auch eine Einlagensicherung anbietet. Somit sind Sie nämlich in jedem Fall auf der sicheren Seite und brauchen nicht zu befürchten, dass Ihr Kapital aus irgendwelchen Gründen nicht mehr für Sie zur Verfügung steht und Sie finanzielle Verluste erleiden müssen.

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Sind Broker ohne Einlagensicherung in jedem Fall unseriös?

Auch wenn ein Broker Ihnen keine Einlagensicherung anbietet, kann er dennoch seriös und zuverlässig sein. Eine Einlagensicherung ist immer – wie auch die Regulierung – nur ein Aspekt, der für Sie eine Rolle spielt und bei der Wahl des passenden Brokers berücksichtigt werden sollte. Dazu sind auch andere Aspekte sehr wichtig, wie zum Beispiel die Erfahrung eines Brokers oder die allgemeinen Angebote für und rund um den Handel. Der Support sollte hierbei eine Rolle spielen, gleichermaßen auch die Konditionen für den Handel sowie die Schulungsangebote, die Sie bei einem Broker in Anspruch nehmen können.

Natürlich ist eine Einlagensicherung sehr relevant und in jedem Fall sinnvoll, es kann aber nicht einfach behauptet werden, dass ein Anbieter ohne Einlagensicherung zwingend unseriös arbeitet und Ihnen keinen Komfort bietet. Wie in fast allen Bereichen sind einzelne Aspekte zwar ein Hinweis, aber niemals ein Beweis für Tatsachen. Somit können Sie – vor allem, wenn Sie bereits über Erfahrung mit verschiedenen Brokern verfügen, auch bei einem Broker aktiv werden, der Ihnen keine Einlagensicherung anbietet. Prinzipiell ist ein Anbieter mit Einlagensicherung in entsprechender Höhe jedoch klar zu bevorzugen, da Ihnen hier eine erhöhte Sicherheit angeboten wird und Ihr Kapital umfangreich abgesichert ist.

Einlagensicherung im internationalen Bereich im Fokus

In anderen Staaten kann es der Fall sein, dass eine Einlagensicherung anders abläuft beziehungsweise Unterschiede bereithält. In Österreich ist das Kapital der Anleger beispielsweise auch bis 100.000 Euro abgesichert, während die Schweiz einen Betrag von 100.000 Franken absichert. Dies sind rund 95.000 Euro. Insgesamt beträgt die maximale Entschädigungssumme hier sechs Milliarden Franken. In Großbritannien wird Ihr Kapital bis zu 85.000 Pfund abgesichert, was in etwa den 100.000 Euro aus Deutschland entspricht. Hier ist insgesamt auch die europäische Richtlinie zu berücksichtigen, die 100.000 Euro vorschreibt. Es gibt allerdings auch Länder, die Ihnen gar keine Einlagensicherung anbieten, sodass hier Broker auch ohne eine solche Schutzmaßnahme aktiv sein können.

Unter anderem gibt es in Litauen und Zypern keine gesetzmäßige Einlagensicherung, die Ihnen bei einem Broker Schutz bieten würde. Bei der Brokerwahl sollten Sie dies auf jeden Fall berücksichtigen und sich entsprechend nach internen Sicherungsoptionen der einzelnen Broker umschauen. Viele Broker sind zwar vor allem in Zypern ansässig, bieten dann aber eine eigenständige Einlagensicherung, die Ihr Kapital bis zu einer festen Grenze schützt. Zumeist liegt der dann abgesicherte Wert aber deutlich unter dem Betrag von 100.000 Euro – vielfach sind 20.000 oder 25.000 Euro vorgesehen, die Ihnen im Falle eines Falles erstattet werden können.

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Die Einlagensicherung kompakt: Fakten im Blickpunkt

Zusammengefasst schützt Sie eine Einlagensicherung – die zumeist einen Betrag von 100.000 Euro umfasst – vor einer Pleite bei einem Broker oder einer Bank. Hierfür gibt es verschiedene Mechanismen, die entweder privat oder gesetzlich durchgeführt werden. In Deutschland muss die Grenze der Entschädigungssumme mindestens 100.000 Euro betragen, der gleiche Wert wird auch auf europäischer Ebene abgedeckt. In wenigen Ländern wird durch den Gesetzgeber aber auch gar keine Einlagensicherung angeboten, sodass Sie hier besonders gründlich nach Alternativen schauen sollten. Eine fehlende Einlagensicherung sagt allerdings auch noch nicht viel über die grundsätzliche Seriosität eines Brokers aus.

Diese Broker überzeugen mit einer Einlagensicherung und bieten viel Komfort

Bei vielen Brokern können Sie – auch im internationalen Bereich – von Schutzmaßnahmen und einer Einlagensicherung profitieren. Im Folgenden werden Ihnen drei Anbieter vorgestellt, die sich daher auch gut für Anfänger eignen, da Sie viel Sicherheit bieten. Dazu zählt mit Interactive Brokers ein sehr erfahrener Anbieter, bei dem Sie flexibel und vielseitig am Handel teilnehmen können. Zusätzlich können Sie sich hier einfach weiterbilden und somit das eigene Trading erfolgsorientiert und professionell durchführen. Beim Broker BANX können Sie ebenso von einer Einlagensicherung profitieren. Bis zu einer Summe von 30 Millionen Dollar sind die Kundengelder hier abgesichert, sodass Sie keinerlei Risiken fürchten müssen. Der Anbieter stellt Ihnen zudem auch flexible Optionen für das Trading bereit und eignet sich somit gut für den Handel mit Aktien.

Der Anbieter FxPro sichert die Gelder der Kunden separat vom Firmenkapital auf eigenständigen Konten und sorgt somit für erhöhten Schutz. Außerdem können Sie hier davon profitieren, dass Ihr Konto nicht in den negativen Bereich rutschen kann und dass es einen hohen Hebel von bis zu 1:500 gibt. Professionelle Handelsplattformen und flexible Möglichkeiten für Einzahlungen und Auszahlungen stellt der Broker für Sie ebenfalls bereit. Natürlich gibt es auch noch andere Broker, die Ihnen mit einer Einlagensicherung Komfort bieten, die genannten Broker stehen beispielhaft.

 
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