Daytrading Vorteile & Nachteile sind vielfältig

von A.Schwankowksi 2017

Beim Daytrading werden Positionen an einem Tag eröffnet und vor Börsenschluss wieder geschlossen – auf diese Weise umgehen Trader hohe Übernachtgebühren und das Verlustrisiko, das durch Gaps entstehen kann. Da das verfügbare Zeitfenster hierbei jedoch kleiner ausfällt als beim klassischen Handel, muss man ein hohes Maß an Erfahrung und eine ausgefeilte Handelsstrategie mitbringen, um als Daytrader Erfolge feiern zu können – und selbst dann erweist sich das Daytrading ebenfalls als riskanter im Vergleich zum klassischen Handel unter denselben Voraussetzungen. Warum sollte man also dem Daytrading überhaupt nachgehen und was sollte man beachten, wenn man erfolgreich taggleiche Positionen handeln möchte? Wir verraten, welche Daytrading Vorteile & Nachteile den Händlern geboten werden.

Daytrading Vorteile & Nachteile im Überblick

  • Beim Daytrading werden Positionen am selben Tag eröffnet und geschlossen
  • Trader umgehen dabei hohe Übernachtgebühren und Verlustrisiken durch Gaps
  • Aufgrund des begrenzten Zeitfensters müssen Vorhersagen jedoch präzise getroffen werden
  • Entwickelt sich der Kurs nämlich in die falsche Richtung, bleibt nur wenig Zeit für eine Umkehr
  • Ein geringes Startkapital gehört allerdings zu den Vorteilen des Daytradings

Daytrading: Vorteile unter der Lupe

Selbstverständlich gibt es einen guten Grund für die Beliebtheit des Daytradings – im Grunde gibt es sogar mehrere Vorteile, die für den taggleichen Handel sprechen.

Für Daytrader fallen keine Finanzierungskosten an

In erster Linie umgehen Trader, welche ihre Positionen am selben Tag eröffnen und wieder schließen, die Finanzierungskosten. Diese Kosten werden auch als Übernachtgebühr bezeichnet und werden für Positionen berechnet, die nach Börsenschluss gehalten werden. In der Regel werden diese Finanzierungskosten prozentual berechnet – je höher das Handelsvolumen, desto höher sind auch die Kosten, die für das Halten einer Position über Nacht anfallen. Möchte man eine Position sogar über das Wochenende hinweg halten, verdreifacht sich die Übernachtgebühr sogar, da die Position hierbei insgesamt über drei Nächte geöffnet bleibt. Diese Kosten fallen für Daytrader komplett weg, da diese ihre Orders noch vor Börsenschluss schließen.

Auch Gaps sind kein Problem mehr

Ein weiteres hohes Risiko, mit dem Daytrader nicht konfrontiert werden, ist das Verlustrisiko, das durch Gaps entsteht. Nicht selten passiert es, dass der Kurs zur Eröffnung der Börse am Morgen einen großen Sprung nach oben oder nach unten macht, da beispielsweise über Nacht oder am Vorabend Nachrichten veröffentlicht wurden, die Einfluss auf den Kursverlauf haben können – und da die Börsen über Nacht geschlossen sind, werden diese Kursveränderungen am nächsten Morgen in Form einer großen Lücke (Gap) deutlich. Auch dieses Risiko umgehen Daytrader, indem sie erst nach der Eröffnung der Börsen am Morgen ihre ersten Positionen eröffnen.

Daytrading Vorteile & Nachteile

Morgendliche Gaps müssen Daytrader nicht fürchten

Schnelle Gewinne sorgen für eine angenehme Nachtruhe

Schließlich spricht auch der psychische Aspekt für das Daytrading: Trader erhalten schneller Ergebnisse und können nicht zuletzt auch nachts ruhiger schlafen, da sie sich keine Gedanken um den Verlauf ihrer eröffneten Positionen machen müssen. Unter Umständen kann man sogar auch als selbstständiger Trader auf diese Weise von einem geregelten Arbeitsablauf profitieren, indem man morgens zum Börsenstart mit dem Handel beginnt und mit dem Börsenschluss den Feierabend einläutet.

 
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Dem Forex-Handel können Daytrader ständig nachgehen

Anders sieht dies selbstverständlich beim Forex Trading aus, das für Daytrader ebenfalls einige Vorteile bereithält. Ganz im Gegensatz zum Handel von Aktien oder Indizes ist man beim Forex-Trading nämlich grundsätzlich nicht an den Börsenschluss gebunden. Entscheidend hierüber sind die Märkte und deren Öffnungszeiten sowie die Zeitverschiebung: Aufgrund der Zeitverschiebung ist es Forex Tradern nämlich möglich, dem Handel im Grunde rund um die Uhr nachzugehen. Während man tagsüber beispielsweise an US-amerikanischen und europäischen Börsen handeln kann, kann man nachts oder am frühen Morgen zum Handel an Börsenplätzen in Australien oder Asien übergehen. Dies ist selbstverständlich nur dann möglich, wenn die eigene Handelsstrategie das Trading an verschiedenen Börsenplätzen aus aller Welt erlaubt.

Daytrading: Nachteile nicht unterschätzen!

Erfahrene Trader wissen, dass die Daytrading Vorteile & Nachteile sehr vielfältig und umfangreich ausfallen. Wichtig ist dabei, sich nicht von den Vorteilen blenden zu lassen und auf schnell verdientes Geld zu hoffen, sondern auch die Nachteile zu beachten, die beim taggleichen Handel nicht unterschätzt werden dürfen.

Das hohe Verlustrisiko schreckt Einsteiger ab

Zu den wohl größten Nachteilen des Daytradings gehört das hohe Verlustrisiko. Gerade unerfahrene Einsteiger sollten dabei folgendes verinnerlichen: Beim Daytrading ist die Zeitspanne für eine Kursumkehr nach einer falschen Voraussage erheblich kürzer – und dadurch können hohe Verluste entstehen. Eröffnet man beispielsweise eine Call-Position bei einem Kursstand von 920 Punkten und der Kurs sinkt daraufhin auf 905 Punkte bis zum Abend, muss wird man einen Verlust einfahren – würde man die Position über Nacht laufen lassen, würde der Kurs am nächsten Morgen eventuell auf 940 Punkte ansteigen und man hätte einen Gewinn erzielt. Deshalb gilt: Je kürzer das verfügbare Zeitfenster, desto präziser und verlässlicher muss die Vorhersage des Traders sein.

Die Handelsgebühren können über die Höhe des Profits entscheiden

Auch die Handelsgebühren können einem Daytrader zum Verhängnis werden. Abhängig davon, welche Gebühren anfallen, wie hoch diese ausfallen und wie sie berechnet werden, steigt oder sinkt nämlich auch die Rendite des Traders. Dieser sollte deshalb seine Trading-Gewohnheiten genau studieren und sich daraufhin für einen Broker entscheiden, der die dazu passenden Konditionen bietet. Für Daytrader sind Broker, die Kommissionen oder Provisionen berechnen, grundsätzlich empfehlenswert – auch ein Flat-Gebührenmodell kann unter Umständen attraktiv sein. Spreads können hingegen einen großen Teil des Gewinns auffressen, weshalb man als Daytrader hiervon womöglich besser Abstand nehmen sollte.

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Eine Flatrate kann unter Umständen auch für Daytrader attraktiv sein

Daytrader müssen ständig präsent sein

Schließlich müssen Daytrader auch beachten, dass sie dauerhaft den Verlauf ihrer Positionen verfolgen müssen. Das bedeutet, sie müssen ständig am PC präsent sein und auf den Kursverlauf achten, um den besten Ausstiegspunkt nicht zu verpassen. Bei besonders hoher Volatilität geht dies mit einer großen Anstrengung und einem hohen Stressfaktor einher – bei besonders geringer Volatilität ist das ständige Verfolgen des Kursverlaufes stattdessen von Langeweile geprägt. Dies kann einen hohen Druck nach sich ziehen, dem nicht jeder Trader dauerhaft gewachsen ist.

Wer eignet sich zum Daytrader?

Nicht jeder Trader ist auch zum Daytrader tauglich und viele Händler sind auch mit dem herkömmlichen Handel durchaus zufrieden. Möchte man trotzdem früher oder später dem Daytrading nachgehen, sollte man einige Dinge beachten.

  • Erfahrene Trader
    Möchte man dem Daytrading nachgehen, muss man ein hohes Maß an Erfahrung und idealerweise auch eine bewährte Handelsstrategie mitbringen, die sich auch auf das Daytrading übertragen lässt. Erfahrene Trader haben demnach gute Voraussetzungen, um auch als Daytrader durchstarten zu können. Um sich das nötige Maß an Erfahrung anzueignen sollte man sich die Bildungsangebote der Broker zunutze machen und zunächst dem Handel im Demokonto nachgehen. War man daraufhin auch eine Weile lang im Live-Konto erfolgreich, kann man die ersten Schritte als Daytrader gehen. Bis dahin vergehen allerdings in der Regel mehrere Jahre.
  • Hobby-Trader
    Möchte man nicht vom Daytrading leben, sondern sucht man stattdessen den kurzen Nervenkitzel nach Feierabend oder zwischendurch, kann das Daytrading womöglich ebenfalls die richtige Möglichkeit sein. Hobby-Trader, die dem Daytrading nachgehen möchten, sollten zumindest ein Grundwissen zum Börsenhandel mitbringen und keine Angst haben, Verluste einzufahren – als Hobby-Trader, der dem Börsenhandel einzig und allein zum Spaß nachgeht, gleicht das Trading nämlich eher einem Besuch im Casino, bei dem man hohe Gewinne und ebenso hohe Verluste einfahren kann.
  • Trader mit wenig Zeit
    Hat man am Tag nicht viel Zeit, um dem Handel nachzugehen und den Kursverlauf der eröffneten Positionen zu verfolgen, ist das Daytrading womöglich ebenfalls eine empfehlenswerte Alternative. Im Gegensatz zum hauptberuflichen Trader beschränkt man sich hierbei auf wenige Stunden am Tag, an denen gehandelt wird. Zur Entspannung nach Feierabend oder bei entsprechender Erfahrung auch zum Aufbessern des eigenen Gehalts eignet sich das Daytrading auch für Händler mit wenig Zeit, die sich nicht viele Gedanken um offene Positionen machen möchten.
  • Kapitalstarke Trader
    Bringt man ein hohes Startkapital und viel Erfahrung mit, kann man von allen Vorteilen profitieren, die das Daytrading zu bieten hat. Hierbei lässt man sich nämlich selbst von hohen Trading-Gebühren kaum aus der Ruhe bringen und auch zwischenzeitliche Verluste sind kein Grund zur Panik. Erzielt man jedoch mit mehreren, gleichzeitig eröffneten Positionen einen hohen Gewinn, dann kann sich dieser Gewinn aufgrund des entsprechend hohen Handelsvolumens auch als besonders rentabel erweisen.
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Angehende Daytrader sollten auf jeden Fall zunächst im Demokonto handeln

Die ersten Schritte als Daytrader

Möchte man mit dem Daytrading starten, sollte man als Einsteiger und auch als Fortgeschrittener einige Dinge beachten, um einen erfolgreichen Handel zu ermöglichen. Dabei sollte man folgende Schritte durchlaufen, bevor man mit dem eigentlichen Handel beginnt.

  1. Brokervergleich durchführen
    Für einen erfolgreichen Handel als Daytrader ist neben einem hohen Maß an Erfahrung und einer bewährten Handelsstrategie auch der richtige Broker von Bedeutung. Dabei sollte man Wert darauf legen, sich für einen seriösen und kundenfreundlichen Broker zu entscheiden, dessen Angebote und Konditionen den eigenen Anforderungen entsprechen. Aus diesem Grund sollte man zunächst festlegen, welche Kriterien der Broker erfüllen sollte, bevor man zum Anbietervergleich übergeht. Dazu gehört beispielsweise das Marktmodell des Brokers.
  2. Bildungsangebote nutzen
    Gerade als unerfahrener Trader, der zuvor noch keine Erfahrungen mit dem Börsenhandel sammeln konnte, sollte man sich vor dem eigentlichen Handel die Bildungsangebote der Broker zunutze machen. Im Idealfall kann man sich dabei mithilfe von schriftlichen Leitfäden, Webinaren, eBooks und Videokursen weiterbilden und sich auf diese Weise ein umfangreiches Hintergrundwissen zum Börsenhandel und zum Daytrading im Besonderen aufbauen.
  3. Risikofrei traden
    Bevor man schließlich zum Handel im Live-Konto übergeht, sollte man auf jeden Fall zunächst einmal dem Handel im Demokonto nachgehen. Hier kann man risikofrei und unverbindlich erste Schritte im Daytrading machen und sich dabei selbst ein Bild davon machen, welche Daytrading Vorteile und Nachteile beachtet werden müssen. Im Idealfall ist das Demokonto dabei nicht nur risikofrei, sondern auch zeitlich unbegrenzt verfügbar, sodass der Kunde so lange im Demokonto handeln kann, wie es nötig ist.
  4. Handel im Live-Konto
    Im letzten Schritt kann man daraufhin schließlich zum Handel im Live-Konto übergehen. Im Idealfall zahlt man hierfür mehrere Hundert Euro auf das Konto ein und handelt daraufhin mit geringsten Einsätzen, um in Ruhe ein Gefühl für das Daytrading im Live-Konto zu bekommen und dabei möglichst geringe Verluste zu erzielen.
 
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