Abgeltungssteuer auf Kapitalerträge erklärt

von A.Schwankowksi 2017

Wer mit Aktien und anderen Wertpapieren handelt, muss sich in jedem Fall auch mit dem Thema Steuern auseinandersetzen. Vor allem die Abgeltungssteuer ist dabei von Bedeutung und für Sie von besonderem Interesse. Gezahlt werden muss die Abgeltungssteuer für alle Kapitalerträge, also auch für Gewinne aus dem Trading. In dieser Hinsicht gibt es bei der Abgeltungssteuer allerdings einige Besonderheiten, die Sie als Trader kennen sollten. Daher finden Sie im Folgenden einige wichtige Informationen zu dieser Steuer und dazu, wann und wie diese gezahlt werden muss. So können Sie im Anschluss entspannter am Handel teilnehmen, wenn alle steuerlichen Fragen geklärt sind.

Bei der Abgeltungssteuer handelt es sich um eine Quellensteuer, die im Falle von Kapitalerträgen direkt vom Broker eingezogen wird. Dies bedeutet, dass die Steuer nicht von Ihnen selber an das zuständige Finanzamt gezahlt werden muss, sondern dass der Broker von jedem Gewinn – meist direkt nach dem Erreichen des Gewinns – die Abgeltungssteuer abzieht und diese in Ihrem Namen an das Finanzamt weiterleitet. Dies wird von vielen Tradern als nachteilig empfunden, da auf diese Weise immer ein Teil des eigenen Kapitals abgezogen wird, welches theoretisch noch für den Handel verwendet werden könnte. Einige Broker verrechnen die Abgeltungssteuer daher erst am Ende eines Jahres, wodurch Sie als Trader augenscheinlich einen Vorteil erhalten.

Vorteile sowie Nachteile, welche die Abgeltungssteuer für Sie birgt

Die Abgeltungssteuer wird in Form einer Pauschale gezahlt und beträgt in jedem Fall 25 Prozent der von Ihnen erwirtschafteten Erträge. Aus diesem Grund können vor allem Trader mit hohem Einkommen von der Abgeltungssteuer profitieren, da diese deutlich unter dem Spitzensteuersatz bei der Einkommenssteuer liegt. Hier werden mitunter 45 Prozent an Steuern fällig. Durch die Anlage in Aktien kann somit die eigene Steuerlast effektiv verringert werden und Sie können einen klaren Vorteil daraus ziehen. Anders sieht es hingegen bei Tradern aus, die ein eher geringes Einkommen haben.

Allerdings haben Sie auch in diesem Fall keinen Nachteil durch die Abgeltungssteuer. Auch Sie können durch den Aktienhandel ein zusätzliches Einkommen generieren und in der Regel wirkt sich die Abgeltungssteuer nicht negativ aus. Eine Besonderheit wären lediglich Aktien, die vor dem Jahr 2009 erworben wurden. Auf diese müssen Sie bis heute keinerlei Steuern zahlen – dies hat auch zur Folge gehabt, dass viele Trader seit dem Jahr 2009 nicht mehr in Aktien investieren. Insgesamt lässt sich also vor allem ein steuerlicher Vorteil für Großverdiener erkennen, während die Abgeltungssteuer für Normal- und Geringverdiener hingegen keine Nachteile mit sich bringt.

abgeltungssteuer_folgejahr

Automatische Steuerabführung durch die Broker

Inzwischen hat sich im Bezug auf die Abgeltungssteuer durchgesetzt, dass diese nicht von jedem Trader einzeln, sondern stattdessen vom jeweiligen Broker automatisch an das Finanzamt abgeführt wird. Dies bedeutet, dass der Steuerbetrag direkt von den Erträgen aus dem Aktienhandel abgezogen und im Anschluss an das zuständige Finanzamt abgeführt werden kann. Für Sie als Trader bedeutet dies grundsätzlich eine Erleichterung, da Sie auf diese Weise keinen Aufwand haben, die Steuer zu bezahlen. Zudem brauchen Sie derartige Kapitalerträge auch in der Einkommenssteuer nicht mehr aufzuführen, da die Steuerlast bereits in Form der 25 Prozent Pauschale abgeführt worden ist. Eine Ausnahme gibt es nur, wenn der Broker die Kirchensteuer nicht ebenso abführt – dann besteht eine Meldeplicht.

Einen Freibetrag in Höhe von 801 Euro pro Person können Sie zudem steuerfrei durch Aktiengeschäfte erwirtschaften. Erst Erträge, die oberhalb dieser Grenze liegen, werden überhaupt mit den angegebenen 25 Prozent versteuert. Der Freibetrag gilt allerdings nicht je Broker, sondern wird für alle Broker, bei denen Sie aktiv sind, zusammengefasst. Zudem müssen Sie diesen Freistellungsauftrag bei jedem Broker eigenständig beantragen – ansonsten besteht die Option, den Freibetrag durch die jährliche Steuererklärung zurückzuerhalten. Nutzen sollten Sie als Trader den Freibetrag auf jeden Fall, da Sie hierdurch einiges an Geld sparen können und weniger Steuern zahlen müssen.

Kinder, Studenten und Rentner zahlen meistens keine Abgeltungssteuer

Wer allgemein keine Steuern zahlen muss und nicht steuerpflichtig ist, zahlt auch keine Steuer auf Kapitalerträge. In der Regel können Sie sich somit als Student, Schüler oder auch Rentner die Abgeltungssteuer sparen. Bei Ihrem zuständigen Finanzamt können Sie auf Nachfrage eine entsprechende Bescheinigung erhalten, die versichert, dass Sie steuerlich nicht veranlagt werden. Dies kann für Sie ein wirklicher Vorteil sein, da Sie auf diese Weise die gesamten 25 Prozent der Abgeltungssteuer sparen können. Somit bleibt für Sie am Ende ein deutlich höherer Gewinn aus den Aktiengeschäften übrig.

Ansonsten haben Trader seit dem Jahr 2009 einen nennenswerten Vorteil des Aktienhandels verloren. Seitdem die Besteuerung gilt, sind die Erträge nicht mehr so lukrativ, wie dies im Vorfeld gewesen ist. Vor 2009 mussten Sie für Aktienerträge keinerlei Steuern zahlen, sodass die Gewinne deutlich höher ausfallen konnten. Persönliche Umstände können aber immer noch Vorteile bedeuten, wie sich vor allem an Studenten und Rentnern zeigt. Falls diese Chancen auf Sie zutreffen, sollten Sie diese auch in jedem Fall in Anspruch nehmen und sich somit einen Vorteil für Ihr Trading verschaffen. Es kann Ihnen dabei helfen, bares Geld zu sparen und eine höhere Rendite behalten zu dürfen.

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Wie genau werden Erträge aus Aktiengeschäften versteuert?

Seitdem die Abgeltungssteuer im Jahr 2009 eingeführt wurde, können Sie für Erträge aus dem Aktienhandel keine Werbungskosten mehr geltend machen. Dafür brauchen Sie sich aber auch nicht aktiv um die Abführung der Steuer kümmern, da dies durch den Broker erledigt wird. Durch die Kirchensteuer und den Solidaritätszuschlag kann aus den 25 Prozent der Abgeltungssteuer allerdings schnell ein Betrag von knapp 28 Prozent werden. Als Trader sollten Sie dies einkalkulieren. Zudem handhaben es die Broker auch zum Teil unterschiedlich, wann und wie die Abgeltungssteuer eingezogen wird.

Der Broker oder die Bank verrechnet bei der Besteuerung alle Gewinne, sowie auch Verluste, die Ihnen der Handel mit Aktien und anderen Wertpapieren beschert hat. Lediglich der reine Gewinn wird am Ende mit der Abgeltungssteuer versteuert. Als Einzelperson können Sie dabei von den 801 Euro Freibetrag profitieren, bei Ehepaaren liegt der Freibetrag doppelt so hoch, also bei 1602 Euro. Auch Zinsen aus Tagesgeld oder Festgeldkonten werden hierbei berücksichtigt und unterliegen der Steuerpflicht. Damit Sie den Freibetrag am Ende des Jahres nicht durch die Einkommenssteuer zurückerhalten müssen, können Sie einen Freistellungsantrag stellen – auf diese Weise werden die Freibeträge gar nicht erst an das zuständige Finanzamt abgeführt.

Gefahr der Steuerhinterziehung lauert

Vor allem bei kleineren und internationalen Brokern ist die Gefahr groß, dass Sie sich als Trader der Steuerhinterziehung schuldig machen. Derartige Broker führen die Abgeltungssteuer meist nicht eigenständig ab, sondern nehmen dafür die Trader in die Pflicht. In diesem Fall müssen Sie die Erträge aus dem Handel eigenständig beim Finanzamt melden. Einige Trader tun dies allerdings nicht und wollen sich auf diese Weise die Abgeltungssteuer sparen. Darauf sollten Sie aber definitiv verzichten, da es sich hierbei um Steuerhinterziehung handelt, die strafrechtlich verfolgt werden kann. Eigene Erträge sollten Sie daher auf jeden Fall in der Steuererklärung angeben.

Alternativ werden die Steuern durch den Broker auch erst später abgeführt, was für Sie einen Vorteil bietet. Die steuerliche Verzögerung bietet für Sie das Potential, das gesamte Kapital über einen längeren Zeitraum für Ihr Trading zu nutzen. Jedoch sollte dieser Zeitraum nicht zu lange dauern, da ansonsten die Steuerzahlung auch vergessen werden kann. Zudem kann es der Fall sein, dass Sie die bisherigen Gewinne verlieren und dann dennoch die Steuern zahlen müssen. So kann es vorkommen, dass Sie sich verschulden und am Ende weniger Geld zur Verfügung stehen haben. Das kann ein Risiko sein.

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Fazit: Die Abgeltungssteuer verringert die Attraktivität vom Aktienhandel

Im Großen und Ganzen bietet sich durch die Abgeltungssteuer natürlich ein geringeres Renditepotential, da Sie pauschal eine Summe von 25 Prozent Ihrer Erträge an das Finanzamt zahlen müssen. Dabei bietet sich aber ein gewisser Komfort, da Sie die Abgeltungssteuer nicht selbständig abführen müssen – in der Regel übernimmt dies der zuständige Broker, bei dem Sie am Handel teilnehmen. Es gibt aber auch andere Lösungen, sodass Sie für die Abführung der Steuer zuständig sind. In einem solchen Fall besteht allerdings schnell die Gefahr, dass Sie sich der Steuerhinterziehung schuldig machen. Daher sollte dieser Aspekt bei der Auswahl des Brokers berücksichtigt werden.

Broker, die Ihnen hinsichtlich der Abgeltungssteuer viel Komfort bieten

Am Markt finden Sie viele Broker, die für Sie die Abführung der Abgeltungssteuer übernehmen und somit ein hohes Maß an Komfort bieten. Auf diese Weise können Sie sich aktiv um Ihr Trading kümmern und brauchen sich mit steuerlichen Angelegenheiten nicht auseinandersetzen. Allerdings gibt es außer den drei nun folgenden Brokern noch weitere Anbieter, bei denen Sie derartige Services in Anspruch nehmen können. Beim Anbieter LYNX finden Sie auf der Webseite beispielsweise umfangreiche Informationen zur Abgeltungssteuer und können diese bis zur Abrechnung vollständig für Ihr Trading verwenden.

Auch beim Sparkassen Broker S Broker finden Sie Details zur Abgeltungssteuer und können direkt ein Formular herunterladen, um dem Broker einen Freistellungsauftrag zu erteilen, sodass Sie Ihre Freibeträge bestmöglich nutzen können. Auch die Kirchensteuer kann durch den Anbieter auf Ihren Wunsch hin direkt einbehalten werden, sodass Sie sich auch hiermit nicht eigenständig befassen müssen. Beim Anbieter BANX hingegen werden die Konten über eine englische Bank geführt, sodass die Abgeltungssteuer nicht automatisiert durch den Broker abgeführt wird – stattdessen sind Sie als Trader selber dafür verantwortlich und sollten diese Pflicht keinesfalls vergessen, damit Sie sich nicht strafbar machen und versehentlich Steuern hinterziehen.